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Aufgrund der zunehmenden Aggression gegen die Bahnpolizei rüstet die SBB den Body mit Bodycams aus. Das haben die Verantwortlichen entschieden. Kameras werden voraussichtlich in den kommenden Monaten eingeführt.
In komplizierten Situationen kann die Transportpolizei künftig kleine, am Körper befestigte Kameras einsetzen. Zum Beispiel, wenn Bahnreisende aggressiv agieren oder die Kontrollen zu verschärfen drohen. Zur Dokumentation des Einsatzablaufs werden auch sogenannte Bodycams eingesetzt.
Rund 200 Mitarbeiter arbeiten bei der Bahnpolizei. Diese sind zunehmend verbalen und körperlichen Angriffen von Fahrgästen ausgesetzt. Dies ist einer der Gründe, warum sich die Beamten entschieden haben, ab Ende 2022 Bodycams einzuführen. So steht es in einem vertraulichen internen Dokument der SBB, das «SRF Investigativ» vorliegt.
Gute Erfahrungen
Das Dokument listet die zusätzlichen Einstellungsgründe auf. Überseeische Polizeikräfte haben gute Erfahrungen mit Kameras gemacht; und diese lieferten objektive Beweise, wenn es um Strafanzeigen und Strafverfahren ging. Darüber hinaus wurden Körperkameras in einem unabhängigen Pilotprojekt demonstriert. Die SBB hat es 2017 durchgeführt.
Bildunterschrift: Auf Brusthöhe ist eine Bodycam angeschlossen. Abgebildet ist ein Polizist der Stadtpolizei Lausanne, der während einer Demonstration im Jahr 2021 eine Körperkamera testet. keystone
Trotz des positiven Abschlusses verzögerte sich das Projekt, Personalwechsel und Corona sorgten für eine Verzögerung. Nun steht die Umsetzung des Plans unmittelbar bevor. Eine SBB-Sprecherin bestätigte, dass die Transportpolizei die Einführung der Kameras anstrebe. Vor ihrem Einsatz sind interne Abklärungen zu Rekrutierung, Bewerbung und Schulung notwendig.
Einen Termin für die Präsentation will der SBB-Sprecher nicht nennen und belässt das im internen Dokument genannte Datum – bis 2022 – kommentarlos. Es ist auch nicht bekannt, wie viele Kameras von der Eisenbahnpolizei beschafft wurden.
Auch die Stadtpolizei Zürich erhält Bodycams
Gegner von Bodycams befürchten, dass die Bilder erhalten und in anderen Kontexten verwendet werden könnten. So gab es in der Stadt Zürich ein Hin und Her über den Einsatz von Kleinkameras.
Inzwischen ist der alte politische Prozess beendet. Aktuelle Details, wie die Stadtpolizei die Körperkameras künftig einsetzen kann, werden derzeit in den geltenden Verordnungen geregelt, sagt ein Sprecher des Sicherheitsressorts. In einigen Monaten wird die Stadtpolizei damit beginnen, sie mit Körperkameras auszustatten.