“Öffi”-Anzeigen zwischen Grant und Humor

Wiener sind nicht unbedingt für ihre Freundlichkeit bekannt. Viele Mitarbeiter der Wiener Linien können dieses Vorurteil jedoch nicht bestätigen. Dass nicht alle Wiener schlechte Laune haben, zeigte jedenfalls ein Fahrer der Straßenbahnlinie 2: „Hallo, hier spricht dein Kapitän! Ich nutze den kurzen Zwischenstopp: Sie müssen eine stressige Woche hinter sich haben und ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende!“

Mit humorvollen Sprüchen wollen die Wiener Linien den Fahrgastalltag erhellen. Manchmal mit Text-on-Air-Anzeigen, auf Social-Media-Plattformen oder über Anzeigen. Gute Laune verbreitete auch Busfahrer Wolfgang Egner auf der Buslinie 59A. Ein Video auf Tik Tok zeigt, wie der Busfahrer alle Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen begrüßt. Im Dialog mit Kunden und in den sozialen Medien erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Fahrgemeinschaften pflegen und unterstützen

„Uns ist es wichtig, den besten Fuhrpark der Stadt zu unterhalten“, sagt Sprecherin Lisa Schmid. Die Twitter-Nutzerin Sara Bianca wurde Zeuge, wie ein U-Bahn-Fahrer eine Frau auf einen verlorenen Gegenstand hinwies. Es stellt sofort die Rangliste der feindseligsten Städte der Welt in Frage.

@Wienerlinien nur U-Bahn-Fahrer: „Die Dame, die gerade aufgestiegen ist, hat etwas auf dem Bahnsteig verloren“ … Scheinbar hat Corona auch den #wienergrant besiegt. Tja… Ein Platz unter den Top 3 der feindseligsten Städte wackelt 😅 @Stadt_Wien

– Sarah GT (@SaraBiancaGT)

Auf witzige Art und Weise ist das Wiener Stipendium aber auch mal in „Öffi“-Anzeigen zu erkennen. Nicht selten kommt es vor, dass Fahrgäste unwissentlich oder absichtlich die Türen blockieren und so die Abfahrt verzögern. U-Bahn-Fahrer machen gerne auf Türschlösser, Ausgangsverzögerungen oder überfüllte Autos aufmerksam. Am Schottentor meldete sich ein Fahrer bei U4: “Ist mir egal, lass dir Zeit. Ich bin im Orbit!”

„Drücken, nicht streicheln!“, sagte ein Fahrer der Straßenbahnlinie 41 über den Ausstiegsknopf. An der U6-Station Volksoper sprangen Fahrgäste in letzter Sekunde in den U-Bahn-Wagen, obwohl die Türen bereits klingelten. „Bei Hartlauer kann man gute Kopfhörer kaufen“, war die Reaktion des U-Bahn-Fahrers. Ein U-Bahn-Fahrer der U6 am Westbahnhof war unzufrieden, als ein Fahrgast die Tür abschloss: „Liebe Fahrgäste, wenn Ihr Traumberuf ein Gorilla ist, sind Sie in der U-Bahn leider falsch.“

Control Center-Anzeigen

Chaos an U-Bahn-Stationen herrscht oft nach Großveranstaltungen, wenn die Bahnsteige voller Fans sind. Nach dem Konzert der Backstreet Boys sangen die Teilnehmer gemeinsam die Songs der Band, während sie auf die U-Bahn warteten. In diesen Fällen werden Anzeigen auf der Plattform benötigt, die aus der Leitstelle kommen. Beim nächsten Mal wird das wohl wieder beim Donauinselfest gebraucht. Auch bei größeren Unterbrechungen kommen die Anzeigen aus der Schaltzentrale.

Öffentliche Ankündigung

„Liebe Fahrgäste der Wiener Linien, hier spricht Alexander Van der Bellen. Ich möchte mich heute einfach bei Ihnen bedanken! Danke, dass Sie die Maske tragen. Danke, dass Sie Abstand halten. Danke, dass Sie uns anschauen.“

Gepostet von Alexander Van der Bellen am Mittwoch, 10. März 2021

High-End-Besucher am Bahnhof Volkstheater

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen konnte sich mit einer Durchsage persönlich bei den Fahrgästen der U3-Station Volkstheater bedanken: „Liebe Fahrgäste, hier spricht Alexander Van der Bellen. Ich wollte mich heute einfach bei Ihnen bedanken. Es ist so einfach im Moment.“ Und selbst das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann manchmal ziemlich schwierig sein. Danke, dass Sie die Maske tragen. Danke, dass Sie Abstand halten. Danke, dass Sie uns ansehen. Schönen Tag noch!“

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