Oft krank an der Pandemie: Hat die Krone unser gesamtes Immunsystem geschwächt?

  • Es gibt derzeit mehr Erkrankte als sonst
  • Unser Immunsystem hat sich während der Pandemie nicht verschlechtert
  • Allerdings sind wir derzeit anfälliger

Während einige Krankheiten während der Corona-Pandemie seltener geworden sind, haben viele Menschen den Eindruck, dass sie gerade jetzt immer häufiger erkranken. Hat die Krone unser Immunsystem aus der Übung genommen?

Wurde unser Immunsystem durch Pandemiemaßnahmen und durch die Pandemie selbst geschwächt?

In den letzten Jahren gehörten Infektionsschutz, Reisebeschränkungen, Maskenpflicht und Homeoffice in vielen Bereichen zum Alltag. Allerdings haben sich die Maßnahmen in den letzten Monaten rapide gelockert und wir treffen uns mit Menschen. Das sorgt auch dafür, dass sich Erkältungs- und Grippeviren wieder stärker ausbreiten. Husten und Schnupfen wirken schnell ungewohnt.

Doch was ist dran an dem so geäußerten Verdacht, das Immunsystem sei durch die Pandemie oder die Maßnahmen der Krone geschwächt worden? „Das Immunsystem ist kein Muskel: Es gibt nicht nach, wenn es nicht oder weniger beansprucht wird“, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Obwohl das Immunsystem in den letzten Jahren etwas gerettet wurde, hatte es noch genug zu tun. Watzl erklärt, dass Krankheitserreger nicht nur über die Atemwege, sondern auch über die Haut oder Nahrung in den Körper gelangen und das Immunsystem aktivieren.

Gibt es jetzt mehr Erkrankte als vor der Corona-Pandemie?

Die Zahl der Atemwegserkrankungen liegt derzeit auf einem höheren Niveau als vor der Pandemie. Ob dies möglicherweise mit dem Wegfall der Maskenpflicht zusammenhängt, wird derzeit geprüft. Bei manchen Viren fängt man sich regelmäßig alle zwei oder drei Jahre und da die Schutzmaßnahmen seit 2020 außergewöhnlich stark sind, gibt es jetzt mehr Menschen.

Vor allem Kinder scheinen sich derzeit stark zu erkälten. Insbesondere Kleinkinder sind durch Kita-Schließungen und Schutzmaßnahmen mit einigen Erregern noch nicht in Kontakt gekommen, was jetzt der Fall ist. Laut RKI haben insbesondere Infektionen mit dem Respiratory Syncytial Virus (RSV) bei Kindern im Alter von einem bis vier Jahren zu einem Anstieg der Krankenhauseinweisungen geführt.

Da Tropfen und Aerosole ungehindert zwischen Menschen weitergegeben werden können, werden Infektionen noch eine Weile andauern. Spannend wird es ab Oktober, wenn der Grippeausbruch beginnt. Wie dies ausfallen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Werden wir jetzt alle krank?

Während viele Krankheiten während der Corona-Pandemie seltener geworden sind, etwa Tuberkulose, Hepatitis E und Atemwegserkrankungen, die um etwa ein Drittel seltener auftraten, erkranken immer mehr Menschen gemeinsam mit anderen.

Grippeviren bei Kindern zum Beispiel sind seit Ostern auf dem Vormarsch, und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich diese Jahreszeit bereits dem Ende zuneigt. Wie bereits erwähnt, nehmen auch Atemwegserkrankungen zu. Allerdings ist die Lage nicht so schlimm wie in den drei Jahren vor der Pandemie, die von der Grippewelle geprägt war.

Die Krankheitswellen scheinen sich gerade zu verlangsamen. Unser Körper ist dafür noch bereit und hat während der Pandemie nichts vergessen. Auch Influenza-Antikörper sind in diesem Zeitraum nicht zurückgegangen.

Wie kann man sein eigenes Immunsystem stärken?

Ihr Immunsystem und Ihre Abwehrkräfte können besonders mit frischem Obst und Gemüse gestärkt werden. Es versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen und kann Viren gut bekämpfen. Außerdem solltest du viel trinken, regelmäßig Sport treiben und ausreichend schlafen.

Je weniger Stress der Körper hat, desto besser kann er auf Erkältungen oder grippale Infekte reagieren. Im Sommer muss man auch viel auf die Straße gehen und frische Luft und Sonne tanken. All dies sind einfache, aber effiziente Wege.

Eine Ansteckung mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit lässt sich nie verhindern, aber vorerst kann es nicht schaden, in Menschenmengen weiterhin die Maske zu tragen und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *