ÖH für die Rückgabe der Maskenpflicht an Hochschulen

7.07.2022 05:12 (7.07.2022 05:20)

Die ÖH will wieder Masken in den Klassenzimmern sehen. © APA/HANS PUNZ

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) erneut eine generelle Maskenpflicht an Universitäten. Der Universitätsbetrieb muss für alle Studieninteressierten und insbesondere für Menschen aus Risikogruppen zugänglich sein, die durch die Maskenpflicht sicherer am Universitätsleben teilnehmen können, so ÖH-Präsidentin Keya Baier (Grüne und Alternative Studierende / GRAS ) im Gespräch mit der APA.

Bis zum Herbst will die ÖH nicht warten, „dann führt kein Weg daran vorbei“. Es ist bereits so weit, dass Menschen in Risikogruppen durch die Aufhebung der Maskenpflicht an fast allen Hochschulen de facto daran gehindert werden, Prüfungen abzulegen oder an Seminaren teilzunehmen. “Das ist eine unerträgliche Situation für uns.” Außerdem brauche es im Herbst wieder eine gemeinsame Testinfrastruktur und – wenn die vierte Impfung generell empfohlen werden soll – auch niedrigschwellige Impfangebote an Hochschulen.

Mit Blick auf das nächste Jahr ist auch die Planungskapazität sehr wichtig. Dass jede Universität autonom über ihre Crown-Regeln entscheiden kann, ist angesichts der sehr unterschiedlichen Anforderungen durchaus verständlich: vom individuellen Kunstunterricht bis zur Massenvorlesung. Allerdings sollten die Hochschulen die jeweiligen Regelungen zumindest zu einem ähnlichen Zeitpunkt bekannt geben und sich darüber austauschen, was gut funktioniert und was nicht. Baier wünscht sich zudem, dass das Ministerium Anreize für angewandte und private Wissenschaftsuniversitäten setzt, um stärker auf den Wunsch der Studierenden nach mehr digitaler und hybrider Lehre einzugehen.

Darüber hinaus besteht Baier, die im Juni den geschäftsführenden Vorsitz der ÖH von Sara Velic vom Verband Sozialistischer Studierender (VSStÖ) übernommen hatte, darauf, dass das Ministerium Studierenden bei finanziellen Problemen, die sich wegen der Krone verschärft haben, mehr Unterstützung biete. Die jüngste und umfangreiche Studentenbefragung mit rund 30.000 Teilnehmern hat ergeben, dass jeder dritte Student Schwierigkeiten hat, das Monatsende zu erreichen. Hier sind langfristige Antworten gefragt, die zum Beispiel mehr Studierende zu Stipendien berechtigen.

Dass die Regierung die mit ihrem Anti-Inflationspaket so viel geforderte Bewertung von Stipendien angekündigt habe, mache sie „sehr glücklich. Aus Sicht der ÖH reicht dies aber bei weitem nicht aus: Die Einmalzahlung von 300 Euro für Studienbeihilfebezieher ist schnell aufgebraucht und es wird ein deutlich größerer Kreis von Beziehern benötigt Anforderungen, Leistungsprüfung, Ausschluss von Drittstaatsangehörigen).

Angesichts steigender Preise wird auch für die Hochschulen selbst dringend mehr Geld benötigt, sie haben bereits angekündigt, dass ohne finanzielle Entschädigung durch das Bildungsministerium eine Entlassungswelle droht. „Wir müssen das genau beobachten“, sagte Baier. Schließlich wären in diesem Fall in erster Linie Studienassistenten, Tutoren und wissenschaftliche Mitarbeiter betroffen. “Das sind Studenten, die auf der Straße sitzen und deren Einkommen sinken.” An der Universität Salzburg etwa sei 2019 die Hälfte der studentischen Hilfskräfte gestrichen worden, um das Budgetloch zu stopfen, so der damalige ÖH-Ortspräsident Baier.

Nach der historisch niedrigen Wahlbeteiligung von knapp 16 Prozent bei den letzten ÖH-Wahlen bemüht sich die ÖH um mehr Präsenz bei den Studierenden – durch eine „gute Arbeit der politischen Vertretung“ und mehr Beteiligung der Studierenden steht bereits der Wahlkampf für 2023 an unterwegs. geplant. Darüber hinaus wird versucht, die relativ wenig bekannte Bundesvertretung bekannter zu machen und andere Ebenen der ÖH (Hochschul-, Fakultäts- und Studienvertretung) in ihrer spezifischen Arbeit für Studierende zu unterstützen.

Einen wichtigen Hebel sieht Baier auch in der jüngsten breit angelegten Studierendenbefragung mit 30.000 Teilnehmern. Die Ergebnisse müssen nun individuell für die politische Repräsentationsarbeit auf Bundes- und Hochschulebene erfolgreich eingesetzt werden, wie Baier zum Stipendium sagt.

Die ÖH macht mehr Druck im Kampf gegen die Klimakrise: Über ein Förderboot werden studentische Projekte gefördert, auch einzelne Hochschulvertreter erhalten Unterstützung, um Veränderungen in ihren Rektoraten anzustoßen. Auch mit dem Bildungsministerium und den Hochschulen wird an dem Ziel gearbeitet, Hochschulen bis 2030 klimaneutral zu machen. Das Klimaministerium überlegt, wie hier ein Zertifizierungsverfahren aussehen könnte.

Die ÖH steht der geplanten neuen Technischen Universität in Oberösterreich weiterhin skeptisch gegenüber. Auch nach den nach breiter Kritik vorgenommenen Änderungen (Einführung eines Beirats mit Vertretern der Universität und der ÖH) bleibt das geplante „Institute of Digital Science“ in Linz ein „fakultatives Bonbonprojekt“, das nichts für Studierende oder Forschung tut. ” Nun hofft Baier, dass die geplante Einführung von Studienabschlüssen und Masterstudiengängen, „die sowieso niemand braucht“, aufgegeben und nur noch Promotionsstudiengänge angeboten werden.

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