Olaf Scholz beim Katholikentag in Stuttgart: „Die Sicherheit ist weg“

Scholz warnt vor Wirtschafts- und Finanzkrise

Mit Blick auf eine Ausweitung der chinesischen Kreditvergabe auf die ärmsten Länder, insbesondere in Afrika, warnte die Kanzlerin vor einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Deutschland stimmt sich mit westlichen Gläubigerländern ab, die Mitglieder des sogenannten Pariser Clubs sind, und stellt Kreditauskünfte zur Verfügung, um frühere Fehler nicht zu wiederholen. „Eine der ganz, ganz großen Ambitionen, die wir verfolgen, ist es, China als Land, das viele Kredite vergibt, auf eine neue Art und Weise einzubeziehen“, sagte Scholz.

Es bestehe “ein sehr ernstes Risiko, dass die nächste große globale Schuldenkrise im globalen Süden von Krediten ausgeht, die China der Welt gewährt hat und sich selbst nicht überblickt, weil so viele Akteure involviert sind”, warnte die Kanzlerin. . “Das würde sowohl China als auch den globalen Süden in eine große Wirtschafts- und Finanzkrise stürzen und im Übrigen den Rest der Welt nicht unberührt lassen.” Das zu ändern, sei ein großes Anliegen, sagte Scholz.

Als eine der europäischen Initiativen nannte die Kanzlerin die “Global Gateway”-Strategie. Die Europäische Union will aufholen und rund 150 Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte in Afrika bereitstellen.

Der Krieg in der Ukraine steht im Fokus

Scholz nahm im Rahmen des Katholikentages am Runden Tisch „Deutsche Politik in unsicheren Zeiten“ teil. Er sprach unter anderem über die Folgen des Krieges in der Ukraine. Neben Scholz nahmen auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, und die Schriftstellerin Nora Bossong teil.

Unterdessen sorgte ein Aktivist bei der Veranstaltung für Aufsehen. Offenbar wollte er die Bühne stürmen, auf der die Kanzlerin stand. Ein anderer Aktivist rief „Melodien“, während Scholz sprach. Lesen Sie hier mehr darüber. Scholz gab am Ende der Fragerunde auch einen Einblick in sein Privatleben. Lesen Sie hier, was er verriet. Im Anschluss an die Diskussion fand eine zentrale Friedenskundgebung unter dem Motto „Solidarität mit dem Volk der Ukraine“ statt.

Scholz warnt vor Zwangsvollstreckung

Scholz hatte bereits am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos für neue Formen der internationalen Zusammenarbeit geworben. Angesichts der verschiedenen globalen Krisen warnte er davor, sein Heil nicht wieder in der Isolation suchen zu wollen.

Am Mittwochabend begann in Stuttgart der 102. Katholikentag. Mit 1.500 Veranstaltungen findet sie erstmals seit vier Jahren wieder in Präsenz statt. Der Katholikentag wird normalerweise alle zwei Jahre gefeiert; 2020 wurde es wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Schätzungsweise 25.000 Gläubige versammeln sich am Sonntag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

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