Olaf Scholz: Ostdeutschland kann “inszenieren”

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) pochte nach Rücksprache mit Scholz auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, sprach sich aber auch klar für Sanktionen gegen Russland aus. „Es ist klar, dass der russische Angriffskrieg in der Ukraine Konsequenzen haben muss“, sagte Schwesig. Dies gilt insbesondere für das Ziel der russischen Öl- und Gasunabhängigkeit.

Schwesig fördert die kurzfristige Ölsubstitution

Um Ersatz dafür zu finden, hatte sich Schwesig kurz zuvor für den Öltransport über den Rostocker Hafen zur Raffinerie Schwedt in Brandenburg eingesetzt. Zudem soll das vorhandene große Verteilnetz für den Transport von Flüssiggas durch die Nord Stream-Pipelines nach Lubmin in Vorpommern genutzt werden.

Wo Infrastruktur aufgebaut wird, sollte dies so erfolgen, dass diese auch in Zukunft „an Wasserstofftechnologien angebunden“ werden kann. „Gemeinsam mit der Bundesregierung wollen wir dafür sorgen, dass wir weiterhin bezahlbare Energiepreise für ganz Deutschland garantieren“, sagte Schwesig.

Kretschmer äußerte sich kritisch

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) steht Sanktionen im Energiesektor skeptischer gegenüber. Er gebe zwar auch zu, „dass wir Druck auf Sanktionen ausüben“, mache sich aber Sorgen, „ob alles im Gleichgewicht ist“, sagte er mit Blick auf die DDR. Seine Regierung werde deshalb “weiter genau beobachten, wie es um Öl und Gas weitergeht”.

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Einfügung

Gleiches gelte für den Ausbau der Windkraft, den die Bundesregierung vorantreiben wolle, sagte Kretschmer. Sie will einen Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen Windrädern und Wohngebäuden einhalten. Schwesig sagte, bei geringeren Distanzen solle es eine Entschädigung der Betroffenen durch “faire Netzentgelte” geben.

Um die Wasserstofftechnologie auszubauen, wurde laut Schwesig in Riems beschlossen, mit Unterstützung der Bundesregierung eine gemeinsame Interessengemeinschaft der fünf Bundesländer Ostdeutschland und Berlin zu gründen. Auch eine gemeinsame Konferenz von DDR-Fachkräften sei in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit beschlossen worden, sagte Schwesig.

Scholz weist die Vorwürfe zurück

Nach offiziellen Äußerungen zur Konferenz wandten sich Reporter an Scholz unter anderem wegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Die Kanzlerin wies Vorwürfe zurück, Deutschland sei zu langsam, um schweres Militärgerät in die Ukraine zu liefern. Mit Blick auf die Panzerhaubitze 2000 oder den Flugabwehr-Schützenpanzer „Cheetah“ sei die Ausbildung an der Ausrüstung wichtig, sagt er.

„Das ist eine sehr starke Mannschaft. Man muss sie einsetzen können, man muss dafür trainieren, das passiert gerade in der Bundesrepublik“, sagte Scholz. Es wäre ein Fehler gewesen, die Panzerhülle ohne Training abzugeben.

Einige hocheffiziente Waffen wie das Flugabwehrsystem Iris-T sind weltweit gefragt. Sie müsse sich auch mit den zuvor bestellten Staaten abstimmen, sagte die Kanzlerin. Aber er versprach: “Wir werden alle Waffen abgeben, die wir abgeworfen haben.” Die Industrie hat die Waffen in ihrem Inventar und bereitet sie entsprechend vor; dies gilt auch für die Bundeswehr, die die von ihr verantworteten Waffen herstellt.

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