Orbán boxt Patriarch Kirill frei

Trotz der im Europäischen Rat erzielten Einigung wäre das EU-Ölembargo am erneuten Widerstand Ungarns beinahe gescheitert. 26 Staaten gaben erneut der Androhung eines Vetos nach.

Brüssel. Ein Monat mit teils dramatischen Wendungen endete am Donnerstag gegen 15.15 Uhr in einer Abgeordnetenkammer des Luxemburger Rates: Die Union wird ein Ölembargo gegen Russland verhängen, das Ungarn und auch die größte Bank Russlands auf unbestimmte Zeit davon befreit , Sberbank. , vom Swift International Financial Reporting System ausgeschlossen.

Allerdings wurde dieses sechste EU-Sanktionspaket seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar um den Preis einer weiteren Erpressung durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán erkauft. Zwei Tage nach der grundsätzlichen Einigung mit den anderen 26 Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat in Brüssel forderte er unvermittelt, den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill von der Sanktionsliste des Kremls zu streichen. Andernfalls wird Ungarn die Entscheidung nicht akzeptieren und verhindern. Das war eine Überraschung. Orbán hatte bereits Anfang Mai erklärt, er sei gegen eine Sanktionierung von Kirill aus Gründen der Religionsfreiheit. Aber niemand erwartete, dass er so weit gehen würde.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *