Österreich hat gegen Fenerbahçe Istanbul nichts zu verlieren. Anders sieht es bei Rapid und WAC aus. Ein Überblick.
Während Salzburg (Champions League) und Sturm Graz (Europa League) bereits ihren Platz in der europäischen Gruppenphase gesichert haben und gespannt auf die Auslosung warten, geht es im nächsten Play-off um die drei verbleibenden Eurofighter Austria, Rapid und WAC Spiele noch viel.
Österreich ist der einzige Klub dieses Trios, der ein unverfrorener Außenseiter ist, aber selbst wenn sie auf dem Weg in die Europa League von Fenerbahçe Istanbul geschlagen werden, könnten die Veilchen durchaus in der Conference League dabei sein. Rapid (gegen FC Vaduz) und WAC (gegen Molde FK) wollen da rein. Die Ausgangspunkte im Detail.
Österreich: Warten auf eine Überraschung
Österreich übernimmt vor vollem Haus gegen Fenerbahçe die Außenseiterrolle. Mit dem türkischen Großklub baut sich in den Playoffs der Europa League ein vermeintlich übermächtiger Rivale auf. Allerdings wollen die Wiener das Duell nach dem Hinspiel (21 Uhr, live, ORF 1) offen halten. „Sie mögen Außenseiter sein, aber wir werden Außenseiter sein, die sich etwas trauen“, betonte Trainer Manfred Schmid.
Die Anreise: „Wir dürfen uns vor dem großen Namen nicht einschüchtern lassen, wir müssen unsere Nervosität so schnell wie möglich ablegen“, forderte der österreichische Coach. Schmid sprach von einem ausgearbeiteten Plan. „Aber wir müssen ganz oben spielen, um gegen so eine Mannschaft eine Chance zu haben.“ Zurück in Istanbul eine Woche später sollte für Österreich alles möglich sein.
Fenerbahçe kommt mit einem überwältigenden Sieg in die Meisterschaft, nach einem 3:3 und 6:0 in den ersten beiden Tagen der Süper Lig ist der Vizemeister Dritter. Trainer Jorge Jesus verpasste mit seinem Team das große Ziel in der Champions League, die Europa League ist eine Art Trostpflaster. Schmid: „Der Druck ist nicht auf unserer Seite.“
Schnell: Verwarnt, aber dennoch klarer Favorit
Für den FC Vaduz ist es das „Spiel des Lebens“, für Rapid eine Pflichtaufgabe mit Stolpergefahr: Die Hütteldorfer reisen heute (20 Uhr, live, ORF 1) in die Gruppenphase der Conference League ins Fürstentum Liechtenstein: wo fußballbezogene Erfolgsgeschichten normalerweise eine Seltenheit sind. Im Hinspiel der Play-offs will die Elf von Ferdinand Feldhofer nach einigen Stolpersteinen nach vorne drängen, um das erste große Saisontor zu erzielen.
„Natürlich will ich gewinnen, aber es ist kein Traumgig“, sagte Feldhofer am Dienstag, zwei Tage nach der Erstliga-Niederlage bei Lask (1:2). Auch in Oberösterreich musste der Rapid-Trainer verletzungsbedingt acht Positionen rotieren.
Für das erste von zwei Millionen Spielen gegen Vaduz, Zweitligist in der Schweiz, sieht es deutlich besser aus. „Wenn das Training normal läuft, denke ich, dass alle mit an Bord sind“, sagte Feldhofer mit Blick auf die zuletzt verletzten Patrick Greil, Maximilian Hofmann und Yusuf Demir.
In Vaduz geht es den Grün-Weißen vor allem um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 25. August in Hütteldorf. Zumindest auf dem Papier sind die Rollen mehr als klar verteilt: Der gesamte liechtensteinische Kader hat einen geschätzten Marktwert von knapp sechs Millionen Euro, Rapid 29 Millionen, aber auch wenig Geld macht Tore. In der dritten Qualifikationsrunde besiegte Vaduz im Rückspiel in der Türkei den Vorjahresdritten Konyaspor in der Türkei mit 4:2.
WAC: Leichter Außenseiter im Norden
Der norwegische Vizemeister Molde FK trifft in den Play-offs der Conference League auf den WAC. Heute bestreitet die Mannschaft von Trainer Robin Dutt das Hinspiel (19 Uhr) im hohen Norden, um eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel in Klagenfurt (25. August) zu schaffen. „Molde ist definitiv ein leichter Favorit, aber natürlich haben wir auch unsere Chancen“, sagte Dutt. Für den WAC geht es nicht nur um das Erreichen der dritten Europapokal-Gruppenphase der Vereinsgeschichte – den Kärntnern gelang dies 2019 und 2020 in der Europa League –, sondern auch um Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe Knapp drei Millionen Euro würde der Klub bei einem Ausscheiden Moldes einstreichen. In der Conference League würde jeder Sieg außerdem mit einem Bonus von 500.000 € belohnt.
Allerdings ist die Konkurrenz hart: Molde ist unter Trainer Erling Moe, der Ende 2018 von Ole Gunnar Solskjær abgelöst wurde, nach 18 von 30 Runden Tabellenführer in der norwegischen Eliteserie. Der viermalige Landesmeister setzte sich in der dritten Qualifikationsrunde der ECL gegen Kisvárda aus Ungarn mit insgesamt 4:2 durch. Während das Hinspiel zu Hause mit 3:0 gewonnen wurde, zeigten sich die Ungarn im Rückspiel (2:1).
(WAS)