20.06.2022 19:44 (21.06.2022 07:31)
© Symbolfoto: APA / AFP / SERGEI SUPINSKY
“Ausländische Kämpfer”: Das russische Verteidigungsministerium hat eine Liste ausländischer Söldner veröffentlicht.
Nach der Veröffentlichung einer russischen Liste mit angeblich 7.000 internationalen Söldnern in der Ukraine bestätigte Österreich die Ausreise einer kleinen Zahl von Personen. Der österreichische Staatsschutz „DSN hat derzeit Informationen über eine niedrige einstellige Zahl von Personen, die in das Kriegsgebiet gereist sind und voraussichtlich aktiv am Krieg teilnehmen werden“, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage der APA mit .
Fünf Österreicher in der Ukraine im Krieg?
Die Liste des russischen Verteidigungsministeriums nennt fünf österreichische Söldner (Stand: 17. Juni). Zwei von ihnen sollen gestorben sein, einer ging weg und zwei blieben in der Ukraine. Insgesamt umfasst die Liste fast 6.956 Söldner und Militärhelfer als Trainer aus 64 Ländern, die in der Ukraine angekommen sind. 1.956 starben und 1.779 verließen die Ukraine. Der „Camper“ ist also Polen. Seit Beginn der „militärischen Sonderoperation“ sind nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 1.831 Menschen in die Ukraine eingereist, von denen 378 gestorben und 272 nach Hause zurückgekehrt sind.
Ist die Liste glaubwürdig?
„Seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs verfolgt die DSN die Lage aufmerksam“, sagte Innenministeriumssprecher Harald Sörös. Die vorgelegten Zahlen und näheren Angaben zu diesen Personen könne das Ministerium nicht bestätigen, „insbesondere weil im Kontext bewaffneter Konflikte häufig bewusst Fehlinformationen verbreitet werden, um die Kompetenz staatlicher Institutionen zu schwächen oder in Frage zu stellen.“ Auch die Behörden können “aufgrund von Ermittlungstaktiken und anderen rechtlichen Fragen” keine weiteren Details nennen.
Wie viele Österreicher zogen in den Krieg?
Ein Vertreter einer Freiwilligenorganisation in der Ukraine, die den ukrainischen Staat bei der Rekrutierung ausländischer Soldaten unterstützt, sagte vergangene Woche gegenüber der APA, dass mindestens zehn Anträge österreichischer Akteure bearbeitet worden seien. Allerdings konnte er keine Auskunft darüber geben, wie viele Österreicher tatsächlich in den Krieg gezogen waren. Diese Informationen sind in einzelnen Einheiten verfügbar, erklärte er. (APA)