ÖVP versenkt Klimarat kurz vor Schluss: „Keine Relevanz“

Wird es eine Untersuchung im Parlament geben? Werden Empfehlungen der Bundesregierung geliefert? Oder bekommt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler nur Klimaberatung? Gewessler hat den Klimarat ins Leben gerufen und finanziert, das Projekt kostet laut einer parlamentarischen Stellungnahme zwei Millionen Euro.

Der KURIER hat Klimasprecher aller Fraktionen gefragt, wie sie den Klimarat einschätzen und was mit den Ergebnissen passieren soll. Besonders spannend war die Reaktion des ÖVP-Klubs: Johannes Schmuckenschlager, Landtagsabgeordneter und Weinhauer von Niederösterreich, gegenüber KURIER:

„Ich halte den Klimarat als Institution für absolut unzureichend. Er ist keineswegs repräsentativ, vor allem fehlt ihm völlig der Interessenausgleich der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. In der Gesundheits- oder Verteidigungspolitik würde niemand denken.“ Dem Rat zu vertrauen eines Komitees, um die Auslosung zu stoppen. Das ist eine unseriöse und unangebrachte PR-Aktion von Bundesminister Gewessler. Wer so etwas macht, nimmt den Klimawandel nicht ernst.“

Und dann, auf die Frage, was denn mit den Empfehlungen des Bürgerrats passieren solle, erklärte der ÖVP-Abgeordnete kurz: „Keine Ahnung. Das ist für mich irrelevant.“ Er spricht sich auch klar gegen eine Untersuchung im Parlament mit Klimaratschlägen aus.

Es gab Klimaberatung in einem Format, das vielen anderen Ländern wie Frankreich, Dänemark, Schweden, Schottland und Kanada sehr ähnlich ist. In Deutschland hat der “Bürgerrat Klima” im vergangenen Sommer seine Empfehlungen vorgelegt (den Bericht finden Sie hier).

Eine klare Antwort des Sprechers der Grünen fürs Klima

In einer ersten Reaktion sagte Green Climate-Sprecher Lukas Hammer: „Ich halte diese Wortwahl für äußerst respektlos gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern des Klimarates. Ich finde es enttäuschend, dass wir damals gemeinsam entschieden haben, dass es einen Klimarat geben soll.“ und deshalb wundert es mich, dass Schmuckenschlager vergessen hat, dass er selbst den Minister gebeten hatte, den Klimarat zu gründen. Jetzt sticht er Bürgern in den Rücken und beleidigt sie. Ich vermisse die Qualität des Klimas.

Auch vom Klimarat wurden Abgeordnete eingeladen, aber Schmuckenschlager lehnte die Einladung ab.

Rechtsgrundlage nur ein Entschließungsantrag

Der Klimarat wurde mit der Klimaabstimmung im Juni 2020 mit der Unterstützung von fast 400.000 Menschen ins Leben gerufen. Eine aktive Mitsprache der Österreicherinnen und Österreicher bei Klimaschutzmaßnahmen ist eine der Grundforderungen.

Bisher gibt es jedoch keine Rechtsgrundlage für den Klimarat. Dieser würde im Klimaschutzgesetz der KSG verankert, doch seit mehr als einem Jahr gibt es zwischen Grünen und Volkspartei keinen Konsens über den Gesetzentwurf.

Im Rahmen eines parlamentarischen Entschließungsantrags im Frühjahr 2021 hat Herr Schmuckenschlager jedoch den Klimarat mit ins Leben gerufen, in Dokument 159 / E XXVII. GP (hier der Link), auf die sich ÖVP, Grüne und Neos geeinigt hatten (SPÖ und FPÖ waren dagegen), sagt:

– Einrichtung eines Klimarates für Bürgerinnen und Bürger zur Diskussion und Erarbeitung von Vorschlägen für notwendige Klimaschutzmaßnahmen zur Erreichung der Ziele in Österreich

– Einrichtung eines Bürger-Klimarates als partizipativer Prozess zur Diskussion und Entwicklung konkreter Vorschläge für die zur Erreichung der Ziele notwendigen.

Klimaschutzmaßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Sie gehen an das Klimakabinett oder die Bundesregierung. Der Abschlussbericht wird dem Klimakabinett und dem Nationalen Klimaausschuss von einem gewählten Vertreter zur Debatte vorgelegt.

– Grundlage der Diskussion sind die Vorschläge des Klimareferendums und die im Regierungsprogramm enthaltenen Maßnahmen und Ziele des Klimaschutzes.

– Der Bürgerklimarat wird Mitte 2021 auf Basis der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 eingerichtet

– Sie besteht aus mindestens 100 Personen, die jeweils seit mindestens fünf Jahren ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben, mindestens 16 Jahre alt sind und in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildung einen repräsentativen Teil der Gesellschaft repräsentieren. , Einkommen und Wohnort. Die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip durch ein Sozialforschungsinstitut. Dadurch wird sichergestellt, dass die Teilnehmer repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung ausgewählt werden.

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