Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung verloren. Das Regierungslager Ensemble hat nach ersten Hochrechnungen 224 Sitze im Parlament und damit seine absolute Mehrheit deutlich eingebüßt. Für eine absolute Mehrheit werden 289 Sitze benötigt. 2017 zog das Regierungslager mit 360 Abgeordneten in die Nationalversammlung ein.
Zwei Monate nach seiner Wiederwahl kann Macron nur noch mit relativer Mehrheit regieren. Das Linksbündnis NUPES, angeführt von der linksradikalen Partei La France Insoumise (LFI), gewann viele Sitze. Mit voraussichtlich 149 Abgeordneten nach ersten Hochrechnungen kann das Linksbündnis die stärkste Oppositionsfraktion bilden und damit auch den Vorsitz im Haushaltsausschuss beanspruchen.
Auch die Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen verbesserte ihre Leistung deutlich und konnte anders als 2017 mit der Stärke ihrer Fraktion ins Parlament einziehen. Hochrechnungen zufolge hat die extreme Rechte 89 Abgeordnete. Die rechte Partei Les Républicains (LR) wird die Position der stärksten Opposition verlieren, aber mit etwa 78 Sitzen den Schaden begrenzen können. Als mutmaßliche Mehrheit könnte die Bürgerrechte ihren Einfluss in der zweiten Amtszeit von Präsident Macron sogar noch verstärken.
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Die Wahlbeteiligung hat sich auf niedrigem Niveau eingependelt. 46 Prozent der Wähler haben gewählt. Im Vergleich zur Zweitstimme 2017 (42,6 %) hat sich die Wahlbeteiligung leicht verbessert. Nach ersten Analysen der Wahlinstitute ist ein Großteil der Wähler unter 25 Jahren am Sonntag nicht zur Wahl gegangen.