Champagnermangel im Flugzeug
“Im schlimmsten Fall ist nur Wasser an Bord”
Fluggäste müssen in den kommenden Monaten mit weniger Getränken oder weniger Essen an Bord ihrer Flugzeuge rechnen. Gründe seien Engpässe bei der internationalen Lieferung und Verzögerungen beim Transport, sagt der Chef des Catering-Unternehmens Gategroup, Christoph Schmitz.
Gepostet: 09.07.2022 um 11:56 Uhr
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Aktualisiert: 7:43 Uhr
Als ob die chaotischen Bilder der Flughäfen nicht schon genug wären. Jetzt kommt die nächste Hiobsbotschaft. Christoph Schmitz, Chef des Flugzeugverpflegungsunternehmens Gategroup, kündigt Engpässe bei der Flugrestaurierung an. „Im schlimmsten Fall gibt es unterwegs weniger Essen oder auf Kurzstreckenflügen nur Getränke oder sogar Wasser“, sagt der 56-jährige Manager im Gespräch mit den Zeitungen der CH Media Group. Diese Probleme bestünden „aktuell ab und zu“ und dürften „in den kommenden Monaten“ weiter bestehen.
Derzeit vermisse das global agierende Catering-Unternehmen regelmäßig bestimmte Champagner oder bestimmte Biersorten, sagte Schmitz. Auf Lufthansa-Flügen gibt es derzeit kein Becks-Bier. Bisher habe es beim Schweizer Bier keine Engpässe gegeben, so der Manager. Allerdings muss das Unternehmen Millionen von Dollar investieren, um die Lagerbestände von Produkten wie Tee, Butter oder Bier zu erhöhen.
Das Flugzeug-Catering-Unternehmen Glattbrugg ZH rechnet nach der Pandemie erst 2024 mit einer Erholung des Geschäfts. Danach will das Unternehmen laut Schmitz an die Schweizer Börse zurückkehren. “Wenn wir das Vorkrisenniveau erreichen oder übertreffen können, sind Börsenrenditen realistisch.” Mit einer vollständigen Erholung im nächsten Jahr rechne er nicht, auch weil der asiatische Markt “noch komplett am Boden liegt”.
Umsatz mehr als die Hälfte
Während der Pandemie sank der Umsatz von Gategroup von fünf auf zwei Milliarden Franken und der Konzern baute 20’000 seiner 50’000 Stellen ab. Mittlerweile hat sie wieder rund 37.000 Arbeitsplätze. Laut dem Vorstandsvorsitzenden sollen sie bis Ende des Jahres wieder über 40.000 liegen.
Der Gategroup-Chef kritisierte den Bundesrat wegen fehlender Covid-Hilfskredite. „Das war eine große Enttäuschung“, sagte Schmitz. Zunächst wurde Hilfe versprochen, doch dann änderte die Regierung ihre Meinung.
Die Schweizer Fluggesellschaft und das Unterhaltsunternehmen SR Technics, beide ebenfalls mit ausländischem Eigentümer, sollen staatlich gedeckte Bankdarlehen im Wert von rund 1,4 Milliarden Franken erhalten haben. In den USA und Frankreich hätten Gategroup-Regierungen «unbürokratisch und schnell» mit je 60 bis 70 Millionen Franken geholfen. (SDA / du)
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