Paul-Spiegel-Preis „Großmütter gegen Rechts“ und Borussia Tennis geehrt

Stand: 03.07.2022 15:42 Uhr

Zivilcourage-Preis: Die Initiative „Großmütter gegen Rechts“ und der Borussia Tennis Tennis Club Berlin sind für ihr Engagement im Kampf gegen Antisemitismus und Toleranz mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet worden.

Die Initiative „Großmütter gegen Rechts“ und der Borussia Tennis Tennis Club Berlin sind vom Zentralrat der Juden Deutschlands in Berlin mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet worden. Die beiden Preisträger wurden für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus geehrt.

Aktueller Preisträger für 2022 ist Tennis Borussia Berlin. „Grannies Against Right“ wurde 2020 verliehen. Allerdings wurde die Preisverleihung heute in Berlin verschoben, da sie aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich nicht möglich war.

Zahlreiche Gäste in Berlin: Der Zentralrat der Juden verlieh den Preis für den Kampf gegen Rechts. Bild: dpa

Kampagne für Toleranz und Menschenwürde

Die Gruppe „Omas gegen Rechts“ wurde 2018 auf Facebook gegründet. Sie gilt als überparteiliche Gruppe älterer Frauen. Laut der Website setzt sie sich für den Erhalt der parlamentarischen Demokratie ein und bekämpft „bedrohliche Vorstöße wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus“. Der Zentralrat würdigte seinen Einsatz für Toleranz und Menschenwürde.

Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage für Borussia Tennis und „Großmütter gegen Rechts“.

Julia Cruz, ARD Berlin, Tagesausgaben 22.45 Uhr, 3. Juli 2022

Langes Engagement gegen Homophobie

Tennisspieler Borussia Berlin erhält laut Zentralrat den Paul-Spiegel-Preis für sein langjähriges Engagement gegen Homophobie, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Die Abteilung Aktive Fans hat nach Vereinsangaben die Initiative „Fußballfans gegen Homophobie“ gegründet, die international in Fußballstadien und in den Medien für mehr Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben wirbt.

Schuster: “Wir brauchen mutige Gesellschaft”

„Wir brauchen eine mutige Zivilgesellschaft, die Stellung bezieht und sich nicht von ihren demokratischen Überzeugungen beeinflussen lässt“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, während des Festakts.

„Wir brauchen eine mutige Zivilgesellschaft, die Stellung bezieht“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, während des Festakts. Bild: dpa

Zugleich wies Schuster darauf hin, dass der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsradikalismus durch die Umbrüche der letzten Jahre schwieriger geworden sei. „Die Corona-Pandemie hat zu einer Radikalisierung in der Mitte unserer Gesellschaft geführt“, sagte er laut Zentralrat. Jeder, der dagegen gekämpft hat, hat es gehört.

“Dank und Bewunderung”

Die Gründerin der deutschen Gruppe „Omas gegen Rechts“, Anna Ohnweiler, nahm den Preis mit „Dankbarkeit und Bewunderung“ entgegen. Die Auszeichnung sei für die Initiative sehr wertvoll, „weil sie uns zeigt, dass sie auf uns aufmerksam macht“, fügte er hinzu. Tennis-Borussia-Vorstand Tobias Schulze sagte in seiner Rede bei der Preisverleihung, Fußballvereine und -verbände könnten den Kampf gegen Rechtsradikalismus und Rassismus erleichtern. Sein Klub entschied anders. Wer zu Hass und Diskriminierung schweigt, lässt Extremisten „Raum“.

Der Preis ist nach dem ehemaligen Zentralratspräsidenten Paul Spiegel (1937-2006) benannt. Der Preis für Zivilcourage wird seit 2009 vom Zentralrat vergeben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

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