Dreimal führte Michael Sturminger in der Ära Wolfgang Löhnert Regie: 2002 („Erzählungen aus dem Wienerwald“), 2003 („Was du willst“) und 2005 („Tartuffe“), seit 2014 hatte der Star-Regisseur selbst das kulturelle Wort bei die Sommerspiele.
Seine künstlerische Leitung begann mit „Käthchen von Hellbronn“ und endete am Samstag mit dem neuesten Stück „Molière oder Der Halo der Scheinheiligen“, einer eigens für Perchtoldsdorf arrangierten Fassung von Michail Bulgakows Schauspiel.
Agnes Krenn, Schülerin der Hochschule für Musik Franz Schmidt und Preisträgerin des Preises prima la musica, zeigte bei der Verleihung ihr großes Können.
Foto: Foto von Dworak
„Sie haben unser Sommertheater weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus bekannt gemacht und ihm mit Ihren Texten Gestalt verliehen“, bedankte sich Bürgermeisterin Andrea Kö bei der Feier im Festsaal des Schlosses, „Sie haben bei der Auswahl der Werke immer Mut bewiesen ist es gelungen, hochaktuelle Themen zu präsentieren.”
Ganz zu schweigen vom Projekt „Theater macht Schule“, das es Sturminger ermöglichte, „das Publikum von morgen zu begeistern“.
Für die “Bewegung” des Publikums gesorgt
Für die Landtagsabgeordnete Marlene Zeidler-Beck, ÖVP, hat Sturminger „das Theater auf eine neue Ebene gehoben und buchstäblich eine neue Bewegung geschaffen. Die Wiener kamen nach Perchtoldsdorf, um Hochkultur zu genießen.“ Und Zeidler-Beck leitete die Verleihung der Ehrung mit einem Zitat ein, das von Molière stammen soll: „Lob allein nützt wenig; etwas Solideres muss hinzugefügt werden.“ Das sagte er und überreichte gemeinsam mit Kö das Ehrenkreuz der Marktgemeinde Perchtoldsdorf in Gold.
Damit steht Sturminger auf einer Stufe mit dem ehemaligen Sommerspieldirektor (1981-1996) Jürgen Wilke, dem Astronauten Franz Viehböck oder dem legendären Bürgermeister Paul Katzberger, ÖVP. Der sichtlich begeisterte 59-Jährige – „Ich wurde noch nie geehrt“ – bedankte sich für „eine wunderbare Zeit“ und zeigte sich zufrieden, dass er alle Ziele erreicht habe, die er sich als Regisseur gesetzt habe: So eine Funktion muss sein vorteilhaft für die Karriere. „Man muss es lieben und das Geld muss stimmen“, lächelte Sturminger.
Alle persönlichen Erwartungen erfüllt
Wenn zwei Punkte gelten, ist das in Ordnung, in Perchtoldsdorf hätten alle drei gepasst. Über Geld redet man nicht – 20.000 Euro nennt die aktuelle Ausschreibung – nach „El que vols“ widmete er sich 2003 Klagenfurt und lernte das Schloss als Kulisse lieben: „Ich habe hier immer unser Theater konzipieren können ohne den Bezug zum Publikum zu verlieren“.
Sturminger sieht positiv, dass die Marktgemeinde trotz der finanziellen Engpässe auf die Fortsetzung der Sommerspiele setzt: „Eine gute Entscheidung. Ich denke, sie sind ein gutes Geschäft für Perchtoldsdorf à la longue.“ Kultur sei „eine Art lebensnotwendiger Luxus“, ist Sturminger überzeugt, „ich hoffe, dass es weiterhin so erfolgreich sein wird. Ich freue mich, bei der Übergabe an meinen Nachfolger behilflich zu sein.“ Aller Voraussicht nach wird der neue Direktor Ende August bekannt gegeben. Die Bewerbungsfrist endete am Montag um 12 Uhr.
Sturminger verabschiedete sich emotional: „Ich werde Perchtoldsdorf immer in meinem Herzen tragen.“
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