Personalbericht: Niedrige Miete für SPÖ-Zentrale wohl unzulässige Parteispende

Der Rechnungshof vermutet eine unzulässige Spende der Stadt Wien an die Bundes-SPÖ. Hintergrund ist die niedrige Miete der Bundespartei für die Räumlichkeiten der Parteizentrale.

Der Rechnungshof (RH) veröffentlichte am Freitag den Jahresbericht der SPÖ für 2020. Darin sind Spenden in Höhe von 476.863,27 Euro enthalten. Allerdings vermutet der Rechnungshof eine “unzulässige Spende der Stadt Wien” an die Bundes-SPÖ, wie RH-Sprecher Christian Neuwirth im sozialen Netzwerk Twitter sagte.

https://twitter.com/RHSprecher/status/1550392929725960192

Die Stadt Wien ist Vermieterin des Büros der SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße im 1. Wiener Gemeindebezirk. Oberbürgermeister Michael Ludwig äußerte sich „erstmals (…) zum Mietvertrag im Mai“ und erklärte, dass die Miete aufgrund einer „Neubewertung“ im Jahr 2017 reduziert worden sei.


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Unterschiedliche Angaben


Die SPÖ hat dem Rechnungshof erklärt, dass dies „ein Fehler des Bürgermeisteramtes“ gewesen sein muss, heißt es in dem Bericht auf der RH-Homepage. Mietminderung gab es nicht. Allerdings bestätigte die SPÖ dem Rechnungshof die Miete von rund 12.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Bericht an den Transparenzsenat der Partei


„Diese im Vergleich zu anderen Objekten niedrige Miete“ und die „widersprüchlichen Angaben“ der Stadt Wien und der SPÖ zur „Mietzinsänderung“ sind laut Rechnungshof Gründe, sich an den Senat für Parteientransparenz unabhängig zu wenden Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass die Übertragung von Grundstücken zu einem „ermäßigten Anteil aus nicht zu rechtfertigenden Erwägungen“ eine Parteispende darstellt. Und solche Parteispenden von Bund, Ländern und Kommunen sind verboten. Stimmt der Senat dem Rechnungshof zu, droht der SPÖ ein Bußgeld und eine teurere Neuvermietung.


Hinweis: Den gesamten Bericht des Rechnungshofes in der SPÖ finden Sie HIER.


Jahresbericht FPÖ


Außerdem veröffentlichte der Rechnungshof am Freitag den FPÖ-Rechenschaftsbericht 2020. Auch hier wird ein Bericht an den Transparenzsenat der Partei vorbereitet. Hintergrund sind die Facebook-Anzeigen, die der Liberale Landtagsklub Oberösterreich bei seinem Klubpräsidenten Herwig Mahr geschaltet hat.


In dem Bericht heißt es: „Nach Angaben des Rechnungshofs handelt es sich bei mehr als der Hälfte um illegale Spenden des Vereins an die FPÖ. Die Anzeigen enthalten keinerlei Informationen über die Aktivitäten des Vereins im Landtag. Sie verwenden FPÖ-typische Parolen.“ die nicht auf die Befugnisse des Vereins im Landtag abzielen (z. B.: „Bevölkerung schützen: Asylrecht stärken!“) und das Logo der Partei verwenden: „FPÖ Freiheit Oberösterreich“.

https://twitter.com/RHSprecher/status/1550392486513762311

Auch für das Magazin „OÖ informa“ ist ein Bericht in Vorbereitung. Sie enthält laut Rechnungshof Interviews mit dem oberösterreichischen Landesvorsitzenden Manfred Haimbuchner sowie „Berichte zu FPÖ-Positionen und Artikel zu FPÖ-Veranstaltungen“. Obwohl die Logos der FPÖ Oberösterreich verwendet werden, wird das Freiheitliche Bildungsinstitut Oberösterreich als Eigentümer des Magazins genannt. Der RH sieht eine mögliche Spende der Bildungseinrichtung an die Partei – die verboten sei.


Hinweis: Den vollständigen FPÖ-Bericht finden Sie HIER.

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