Personalchaos kostet 3100 Flüge: Lufthansa rechnet erst 2023 mit Normalbetrieb

Personalchaos kostet 3100 Flüge Lufthansa rechnet erst 2023 mit einem Normalbetrieb

25.06.2022, 15:19

Mitten in der Sommerferienzeit streicht Lufthansa rund 2.200 Flüge. Hauptgrund dafür sei der Personalmangel, erklärt ein Vorstandsmitglied der Airline. Kurzfristig ist jedoch wenig zu tun. Mit einer Normalisierung des Flugbetriebs ist erst 2023 zu rechnen.

Die Deutsche Lufthansa rechnet erst im nächsten Jahr mit einer Normalisierung des Flugbetriebs. „Eine kurzfristige Besserung werden wir jetzt im Sommer leider kaum realistisch erreichen können“, sagte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser der Welt. Aktuell hilft es nur, die Zahl der Flüge zu reduzieren. Das ist nicht nur ein deutsches Problem, sondern gilt weltweit. „Wir gehen davon aus, dass sich die Situation im Allgemeinen bis 2023 normalisiert.“

Lufthansa will rund 2.200 weitere Flüge zu ihren Drehkreuzen Frankfurt und München streichen, weil immer mehr Crews wegen Corona-Fällen nach Erkrankten fragen. Vor rund zwei Wochen kündigte er an, im Juli 900 Verbindungen an Freitagen und Wochenenden zu streichen. Auch die Low-Cost-Tochter Eurowings rechnet mit weiteren Kürzungen. Hauptgrund für die Ausfälle ist der Personalmangel, sowohl an Flughäfen, etwa bei Sicherheitskontrollen, als auch bei den Fluggesellschaften selbst.

Schon früh sei klar gewesen, dass Personalengpässe in der Luftfahrtbranche ein Problem sein würden, sagte Kayser der Zeitung. Der Frankfurter Flughafen beispielsweise hat stark in die Einstellung investiert. Doch man hat erkannt, dass Personal nicht so schnell wie erwartet geschult werden kann, was zum Beispiel auch an branchenspezifisch verschärften Sicherheitskontrollen liegt.

Der Krieg in der Ukraine wirkt sich auch auf den Flugverkehr in Deutschland aus. Beispielsweise müssen die von der NATO genutzten Militärkorridore mit sehr kurzer Lieferzeit umfahren werden. Da der russisch-ukrainische Luftraum nicht genutzt werden kann, verlagert sich auch der Verkehr weiter nach Westen und über Deutschland. „Das trägt mehr Lasten“, erklärt Kayser.

Lufthansa und Eurowings wollen klassische Ferienstrecken von den Kürzungen weitgehend ausnehmen. Vor allem Flüge innerhalb Deutschlands und Europas, für die es alternative Bahnreisemöglichkeiten gibt, müssen gestrichen werden.

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