1. Juni 2022 um 10:14 Uhr
Pfandrabatt ab 1. Juni: „Ich habe bis heute auf die Füllung gewartet“
Sebastian Odental aus Düsseldorf wartete länger bis Mittwoch mit dem Tanken. Ich hatte erwartet, dass die Preise noch weiter sinken würden.
Foto: Christian Schwerdtfeger
Düsseldorf / Köln Mineralölsteuern fallen seit Mitternacht; ein Liter Sprit soll theoretisch etwa 30 Cent günstiger sein. Ob es am frühen Mittwochmorgen an den Tankstellen in Köln und Düsseldorf etwas zu sehen gab und wie die ersten Autofahrer auf die Preise reagierten.
Es ist kurz vor Mitternacht am Dienstagabend. An der Shell-Tankstelle am „Mörsenbroicher Ei“ in Düsseldorf passiert nichts. Es gibt niemanden zum Tanken. Der Nachtportier schaut auf seine Uhr und zählt die Sekunden bis Mitternacht herunter. „Das ist wie Silvester“, sagt er. Er ist gespannt, ob sich die Kraftstoffpreise auf der Werbetafel ändern werden. Aber um 12:00 Uhr passiert nichts, und nicht danach. Der Superliter kostet noch 2,27 Euro, der Diesel 2,13 Euro. Der Mitarbeiter zuckt mit den Schultern. „Irgendwo war klar, dass die Preise nicht sofort sinken würden. Das ist typisch.“ Ein ähnliches Bild in Köln: Hohe Preise ohne Umsteigen, kein Ansturm auf Tankstellen.
Die Energierate ist seit Mittwochabend gesunken, damit die Kraftstoffpreise fallen. An Tankstellen soll dies nach Angaben des Betreibers erst nach und nach wahrgenommen werden. Die Maßnahme läuft bis Ende August. Ziel ist es, die Menschen durch die stark steigenden Energiekosten zu entlasten. Der ADAC hatte bis Anfang Juni einen Ansturm auf die Tankstellen geplant und dazu geraten, bei Engpässen genügend Sprit im Tank zu haben.
Am Mittwochmorgen fallen die Preise wirklich. Aber Sie sehen keine langen Schlangen an den Bomben. An der Elan-Tankstelle in Düsseldorf-Gerresheim kostet ein Liter Diesel um 6:54 Uhr 1,92 Euro, Super 1,81 Euro. „Im Vergleich zum Dienstag ist es deutlich günstiger geworden“, sagt Mitarbeiterin Gabriele Reinhardt. Es ist auch deutlich voller als sonst. Sebastian Odental hat länger als Mittwoch mit dem Tanken gewartet. „Eigentlich hatte ich mit noch weiter sinkenden Preisen gerechnet“, sagt der Düsseldorfer. “Aber es ist geschrumpft. Wenn ich es jetzt nicht gefüllt hätte, hätte ich mein Auto beschädigt”, sagt er. Es wurde nicht gefüllt. „Ich habe nur für 27 Euro getankt. Ich denke, es wird in den nächsten Tagen noch billiger“, sagte er.
Auch der Carola Block füllt seinen Tank nicht. „Auch wenn es heute billiger ist, ist es im Vergleich zu früher immer noch sehr teuer“, sagt Düsseldorf. „Deshalb sind es im Moment nur maximal 30 Euro“, sagt er. Ein Verhalten, das Tankstellenbetreiber seit Wochen beobachten. „Gerade am Dienstag hatte ich viele hier, die nur für 20 Euro getankt haben“, sagt Gabriele Reinhardt von der Elan-Tankstelle. „Mörsenbroicher Ei“, Mitarbeiter einer Shell-Tankstelle, bestätigt: „Jetzt kommen die Leute öfter, weil es nur wenig voll ist. Sie erwarten, dass sich die Preise wieder normalisieren.“ Jörg Linder betankt seinen Citroën am Mittwochmorgen an einer Shell-Tankstelle in Köln-Nippes: „Ich dachte, die Preise würden stark sinken, aber ich brauche Sprit“, sagt er, „also betanke ich ihn in Baden-Baden zur Arbeit Tankstellenangestellte spüren nun erneut die Enttäuschung mancher Kunden.
Spritpreise findet Carola Block in Düsseldorf immer noch zu teuer. Deshalb füllte es am Mittwochmorgen nur für knapp 30 Euro.
Foto: Christian Schwerdtfeger
Die Warteschlangen an den Tankstellen werden immer länger
War es an den Tankstellen gegen 6.30 Uhr noch vergleichsweise leer, so ist es an den Zapfsäulen seit 8.00 Uhr merklich voller. An einer Tankstelle in Düsseldorf-Flingern stehen einige Autos von Stoßstange bis Stoßstange und Zapfpistolen im Dauerbetrieb. Das Super E10 kostet damals 1,85 Euro. „Normalerweise tanke ich Super Normal. Aber jetzt nehme ich auch E10. Alles wird immer teurer und man muss schauen, wo man bleibt“, sagt eine Seniorenfahrerin, die nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit zwei Jahren tankt Monate. Überhaupt scheinen die meisten Kunden froh zu sein, dass ihnen der Tankrabatt sofort überwiesen wird. „Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, sagt Irmgard Bodenstein. „Als ich gegangen bin, habe ich meinem Mann gesagt, dass das nicht so ist günstiger“, sagt er.
Ab Mittwoch will das Bundeskartellamt die Entwicklung der Kraftstoffpreise genauer analysieren. Die Steuerbelastung verringert sich um 35,2 Cent pro Liter für Superbenzin und um 16,7 Cent pro Liter für Diesel. Wie viel Sprit an der Tankstelle kostet, bestimmen Tankstellenbetreiber und Mineralölunternehmen.
Nicht nur an den Tankstellen in Düsseldorf und Köln dürften sich die Preise – wie von vielen Kunden erwartet – nicht über Nacht geändert haben, sondern auch an den meisten anderen Tankstellen im Land. Begründung: Die Steuersenkung gilt für den Bezug von Kraftstoff aus Raffinerien und Tanklagern. Auch das, was am Dienstagabend geliefert wurde, beinhaltet noch die normale Steuer. Genau deshalb müssen sich Tankstellen und Mineralölkonzerne erklären, denn viele Kunden erwarten, dass die Preise sofort sinken. Experten gehen davon aus, dass statt eines schnellen Preisverfalls ein verzögerter Preisverfall eintritt.
Die ADAC-Stichprobe im Raum Köln zeigt große Preisunterschiede
Laut einer Stichprobe des ADAC im Raum Köln führte die Senkung der Energiesteuer zunächst zu extremen Preisunterschieden an Tankstellen. „Manchmal gibt es Spritpreisunterschiede von 20 bis 40 Cent pro Liter, selbst an sehr nahe gelegenen Tankstellen“, sagte ADAC-Sprecher Thomas Müther am Mittwochmorgen. Als Beispiel nannte er die Preise für Super-E10-Kraftstoff, der um 6.45 Uhr beim günstigsten Anbieter 1,77 Euro pro Liter kostete. Beim Diesel waren es 1,81 Euro pro Liter. Gleichzeitig lagen die Spritpreise an anderen Tankstellen damals noch über 2 Euro.
Anscheinend haben einige Tankstellen bereits die um Mitternacht in Kraft getretene Steuersenkung bei der Bombe angezeigt. Nach einem Blick auf die Spritpreise im Großraum Köln am Mittwochvormittag gibt es noch viele Tankstellen, an denen die Steuersenkung noch nicht angekommen ist.
Panzerrabatt ab 1. Juni: Am besten vorher Preise vergleichen
„Deshalb raten wir dringend, vorab Preise zu vergleichen. Das gilt heute mehr als an jedem anderen Tag“, sagte Müther. Erfahrungsgemäß ist der Morgen ohnehin die teuerste Zeit zum Tanken. Und 20:00 Uhr und 22:00 Uhr. Sie müssen sich zunächst etwas gedulden und erst in den nächsten Tagen zur Tankstelle fahren, denn dann können alle Tankstellen die Steuersenkung vollumfänglich an ihre Kunden weitergeben.“ ADAC Nordrhein-Müther sagte: „Der starke Rückgang der Spritpreise sollte kein Strohfeuer sein, denn heute beobachten alle die Mineralölkonzerne genau. „Trotz des Rabatts auf die Kaution sehen wir Potenzial für weitere Preissenkungen, weil das Spritpreisniveau vor der Steuersenkung zu hoch war“, so der ADAC-Sprecher sagte das lange Wochenende von Pe ntecosta, um die Zahlung selbst durch die Hintertür vorzunehmen und vom Einzahlungsrabatt zu profitieren“.