Phänomen „Börse“ Neuer Dämpfer für den DAX

Marktbericht

Stand: 24.05.2022 18:19

Die Achterbahnfahrt an den Börsen geht weiter: Nach einem starken Wochenstart ist der DAX heute wieder gefallen. Vor allem die Aktionen der Social-Media-Branche erlebten einen schwarzen Tag.

Die Preiserholung war nur von kurzer Dauer. Der DAX gab heute fast alle seine jüngsten Kursgewinne wieder ab. Er fiel um 1,8 Prozent und schloss wieder unter 14.000 Punkten. „Eines Tages sind die Marktteilnehmer euphorisch und verdrängen die bekannten Stressoren. Und kurz darauf ist die gute Laune plötzlich verflogen“, sagt Marktbeobachter Christian Henke von Broker IG.

Die Gewinnwarnung von Snap überschattet die Märkte

Die Stimmung hat der Social-Media-Branche heute geschadet. Die Gewinnbekanntgabe von Snap wirkte sich auf die globalen Aktienmärkte aus, insbesondere auf Technologieaktien. „Die Warnung von Snap hat die Befürchtung geweckt, dass die Werbeausgaben derzeit ihren Höhepunkt erreicht haben“, sagte der Vermögensexperte Russ Mould, Investmentexperte Russ Mould. Die Muttergesellschaft der Snapchat-Foto-App gab bekannt, dass sie angesichts sich verschlechternder makroökonomischer Trends die Gewinn- und Umsatzprognose für das zweite Quartal verlieren wird. Die Aktien von Snap fielen um 30 Prozent.

Die Wall Street stürzt ab

Der High-Tech Nasdaq 100 fiel in den ersten zwei Handelsstunden um mehr als 3 Prozent und kehrte damit seine gestrigen Gewinne um. Auch der Dow Jones geriet unter Druck. Sie verlor 1,4 Prozent.

Die Sorgen um die Zinsen und die Konjunktur nehmen wieder zu

Die noch härtere Rhetorik der US-Notenbank, Berichte über eingetrübte Gewinnaussichten für große US-Einzelhändler und schwache Wirtschaftsindikatoren in China verschärfen die wirtschaftlichen Bedenken der Anleger, sagen die Anlageexperten von BlackRock. Zudem wies der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) auf eine bevorstehende Zinswende hin.

Wirtschaftsupdate vom 24.05.2022

Stefan Wolff, Personal, tagesschau24, 24. Mai 2022

Lagarde unterstützt den Euro

Der Euro hingegen stieg über die Marke von 1,07 US-Dollar. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat gestern angekündigt, die Negativzinsen im Spätsommer zu beenden. Grund für die Straffung ist eine hohe Inflation, auf die die EZB reagieren muss. Offenbar bereiten sich die Anleger auf eine aggressivere Geldpolitik vor.

Heute äußerte sich Lagarde zur Wirtschaft der Eurozone. Von einer Rezession geht der Notenbankchef nicht aus: Eine wirtschaftliche Rezession sei derzeit nicht das zentrale Stadium der Notenbank, so Lagarde: Der Weg zur Zinserhöhung sei aus heutiger Sicht frei.

Allerdings verteuert der Aufstieg des Euro Deutschlands Produkte für Länder außerhalb der Eurozone. Dies wiederum könnte viele exportorientierte Unternehmen belasten.

Ein Lichtblick für die deutsche Wirtschaft

Darüber hinaus gibt es aus konjunktureller Sicht positive Nachrichten aus Deutschland: Die deutsche Exportindustrie rechnet wieder mit einem leicht besseren Geschäft. Der Exporterwartungsindex des Münchner Ifo-Instituts stieg im Mai auf 4,5 Punkte nach 3,0 Punkten im April. Zudem stieg der Index der Einkaufsmanager aus Privatwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen zusammengenommen im Mai überraschend von 0,3 auf 54,6 Punkte, wie S&P Global in seiner monatlichen Umfrage unter rund 800 Unternehmen mitteilte. Experten rechneten mit einem Rückgang.

Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Adler?

Die Rollen der Adler-Gruppe fallen heute stark ab. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nun Ermittlungen eingeleitet, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Informierte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft derzeit Adlers Bücher. Die Agentur intervenierte, nachdem das Immobilienunternehmen im Oktober erstmals vom Leerverkäufer Fraser Perring kritisiert worden war.

Er und sein Vizekönigs-Ermittlungsdienst hatten unter anderem wegen der Bewertung von Immobilienprojekten schwere Beschwerden gegen Adler eingereicht. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Unterdessen sucht Adler auch nach neuen Wirtschaftsprüfern, nachdem KPMG für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 nicht mehr zur Verfügung steht.

Milliardeninvestitionen von Samsung

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung plant, in den nächsten fünf Jahren 450 Billionen Won (334 Milliarden Euro) zu investieren, um das Wachstum seines Halbleiter- und Biopharmageschäfts anzukurbeln. Die Investitionen seien um 30 Prozent höher als in den fünf Jahren bis 2021, wie Samsung mitteilte. Die Sicherung der heimischen Lieferketten für Chips und Bio sei von strategischer Bedeutung und wichtig für die wirtschaftliche Sicherheit Südkoreas, sagte Samsung.

Höhere Mieten treiben TAG Immobilien weiter an

TAG Immobilien profitiert weiterhin von steigenden Mieten in Ballungsgebieten. Das Betriebsergebnis (FFO 1) stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent auf 47,8 Millionen Euro. Das …

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *