Platters Nachfolger: Anton Mattle wurde mit 98,9 Prozent zum Vizepräsidenten gewählt

Die Tiroler Volkspartei versuchte, ein Zeichen der Einigkeit zu setzen. Das Umfeld für Landtagswahlen ist schwierig.

von Christian Willim

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Nach vierzehn Jahren an der Spitze übergab Tirols Landeshauptmann Günther Platter die Volkspartei am Samstag an seinen Wunschnachfolger Anton Mattle.

Auf einem Landesparteitag in Alpbach wurde der 59-Jährige mit 98,9 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Vizepräsidenten gewählt.

Schwieriger Ausgangspunkt

Die rund 800 angereisten VP-Anhänger beschworen einen schwierigen Landtagswahlkampf, bei dem Platter das Motto “Alle gegen die Tiroler Volkspartei” lauten werde.

Günther Platter wurde mit Standing Ovations verabschiedet

© Bild: APA/EXPA/JFK

„Es braucht heute einen enormen Rückenwind“, flehte der Gouverneur die Beamten an, die für Mattle stimmten.

Die Volkspartei liegt in Umfragen in Österreich und Tirol auf einem niedrigen Niveau. Am 25. September droht der ÖVP ein massiver Einbruch in einem ihrer wichtigsten Länder: Ausgehend von 44,3 % im Jahr 2018 könnte es bei den vorgezogenen Landtagswahlen im Herbst zu einem deutlichen Einbruch in Richtung 30 % kommen.

Auch ÖVP-Kanzler Karl Nehammer versuchte, ein Motivator zu sein: „Wir brauchen wieder Zuversicht.“

Bundeskanzler Karl Nehammer kam zum Parteitag

© Bild: APA/EXPA/JFK

Auf den ersten Blick schienen die Beamten, die meist aus allen Bezirken mit Pendelbussen angereist waren, positiv gestimmt. Im direkten Gespräch war jedoch zu hören: “Das wird nicht einfach, das ist sehr unruhig.”

„Bäume wachsen nicht in den Himmel“, sagte Alpbachs Bürgermeister Markus Bischofer in seiner Begrüßungsrede.

Wenige zukünftige Ankündigungen

Anton Mattle machte in seiner halbstündigen Rede vor der Wahl des Präsidenten fast keine Ansage. Der langjährige Stadtrat und ehemalige Bürgermeister von Galtür sprach mehr über die Bilanz der Regierung als über die Zukunft.

Anton Mattle ist der neue Vorsitzende der Landespartei ÖVP

© Bild: APA/EXPA/JFK

Die größte Chance dafür sieht er in der Energiewende. Neben dem Ausbau der Wasserkraft soll Tirol „Weltmeister im Ausbau von Photovoltaikanlagen werden“, so der altgediente Vizepräsident.

Den größten Zwischenapplaus erhielt Mattle, als er das heiße Thema Wölfe ansprach: „Großraubtiere haben in Tirol nichts zu suchen.“ Vielleicht „braucht er einen legalen Grenzübertritt“. Dass der neue Landesvorsitzende der „Fachkräftezuwanderung“ offen gegenüberstand, dürfte der Tourismusbranche gefallen haben, wenn es um das Problem des Arbeitskräftemangels ging.

Mattle scheint in den eigenen Reihen an Sympathie zu gewinnen. Ob es reicht, um in der Tiroler Volkspartei Euphorie für den Landtagswahlkampf zu erzeugen, werden die kommenden Wochen zeigen.

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