Sobald die Inzidenz der Krone sinkt, häufen sich Meldungen über Infektionen mit dem Affenpockenvirus. Ein Blick auf die Situation, die Besonderheiten des Virus und die Möglichkeiten der modernen Medizin.
Affenpocken, elektronenmikroskopische Aufnahme.
Foto: CDC / Cynthia S. Goldschmied
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), Berlin, haben sich am 8. Juni 2022 in Deutschland 113 Menschen mit dem Affenpockenvirus infiziert. Bisher trat es in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen auf , Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt zu Krankheiten. „In Deutschland ist mit weiteren Fällen zu rechnen“, schrieb das RKI. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Berichte über 1.226 Fälle erhalten. Einige Details sind wichtig, um die Situation einzuschätzen.
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Was sind die Pocken des Affen?
Affenpocken werden durch eine Infektion mit dem Affenpockenvirus, einem Virus der Gattung Orthopoxvirus, verursacht. Weitere Vertreter sind Pocken, aber auch Pocken. Wichtig zu wissen: Das sind DNA-Viren, keine RNA-Viren wie SARS-CoV-2. Liegt das Genom in Form von DNA vor, ist das Mutationsrisiko deutlich geringer.
Virologen beschrieben die Affenpocken erstmals 1958. Damals wurden Affen am Leben erhalten, während Versuchstiere krank wurden. Hautveränderungen waren typisch. Im Zuge der weltweiten Bemühungen zur Ausrottung der Pocken untersuchten Ärzte 1970 in der Demokratischen Republik Kongo die erste menschliche Infektion. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren Ausbrüchen in afrikanischen Ländern.
Wie werden die Pocken des Affen übertragen?
Aktuell gehen Forscher davon aus, dass es zunächst zu einer Übertragung vom Tier auf den Menschen kam, etwa durch schlecht gekochtes Wildfleisch oder durch Wunden bei der Jagd.
Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung spielt in Europa die wichtigste Rolle. Von besonderer Bedeutung ist laut RKI der Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder mit typischen Hautveränderungen. Auch außerhalb des Körpers bleiben Viren für eine gewisse Zeit biologisch aktiv. Ob die Pocken auch durch Sperma oder Vaginalsekret übertragen werden, ist derzeit unklar. Übertragungen durch feine Tröpfchen sind möglich, scheinen aber nicht die Rolle von Covid-19 zu spielen, da sie über größere Entfernungen möglicherweise nicht möglich sind. Infizierte können gesunde Menschen zwei bis vier Wochen lang anstecken.
Was sind die Symptome einer Infektion mit dem Affenpockenvirus?
Die ersten Symptome treten zwischen fünf und 21 Tagen nach Kontakt mit dem Virus auf, insbesondere Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Diese Beschwerden sind ziemlich unspezifisch; sie treten auch bei grippalen Infekten auf. Wenige Tage später entwickeln sich die typischen Hautveränderungen. Sie durchlaufen verschiedene Stadien von Flecken zu Knötchen, Blasen zu Eiterbläschen. Sie fallen dann ab, obwohl das Hautmaterial noch infektiös sein kann.
Aussagen zur Sterblichkeit sind derzeit kaum möglich. Die WHO gibt für frühere Fälle in afrikanischen Ländern eine Sterblichkeitsrate von drei bis sechs Prozent an, für die unter 16-Jährigen sogar bis zu elf Prozent. Werte können aus zwei Gründen nicht auf die aktuelle Situation verschoben werden. Kranke Menschen in Europa und Nordamerika haben eine deutlich bessere Gesundheitsversorgung. Zudem kursiert derzeit eine mildere westafrikanische Variante als bei den ersten Ausbrüchen.
Gibt es Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln?
Infektionen mit Affenpockenviren werden nur symptomatisch behandelt. Das bedeutet, dass sie die Einnahme eines Analgetikums gegen Fieber und Schmerzen empfehlen. Zudem hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) Tecovirimat im Januar 2022 zugelassen. Das Medikament kann gegen Pocken, Pocken oder Pocken eingesetzt werden. Es eignet sich zum Beispiel für Patienten mit geschwächtem Immunsystem, um das Risiko schwerer Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Kann man gegen Pocken impfen?
Auch eine gute Handhygiene, wie sie zu Crown-Zeiten üblich war, senkt das Infektionsrisiko durch Affenpocken. Und Pockenimpfstoffe schützen auch vor Pocken. Die Wirksamkeit muss mindestens 85 % betragen. Impfprogramme wurden jedoch Anfang der 1980er Jahre eingestellt. Daher werden jüngere Menschen in der Regel nicht geimpft. Ende Mai gab die Bundesregierung bekannt, 40.000 Impfdosen beim deutsch-dänischen Hersteller Bavarian Nordic angefordert zu haben, vor allem für Menschen, die aufgrund eines geschwächten Immunsystems gefährdet sind. Dann 200.000 weitere Dosen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nun, gefährdete Gruppen gegen Affenpocken zu impfen. Dazu gehören Personen ab 18 Jahren, die engen Körperkontakt zu Infizierten hatten, Labormitarbeiter, die ohne Schutzausrüstung Kontakt zu Proben von Infizierten hatten, und schwule Männer mit wechselndem Partner. Grund für die jüngste Empfehlung laut STIKO: Die bisher in Deutschland beobachteten rund 130 Fälle von Affenpocken sind ausschließlich bei homosexuellen Männern aufgetreten. Daher sollte diese Gruppe nun besonders geschützt werden. Aber im Prinzip ist das Übertragungsrisiko für Heterosexuelle, die Sex mit Infizierten haben, genauso groß.
Stehen wir vor einer Pockenpandemie?
Experten sehen in der aktuellen Situation eine Epidemie, also eine zeitlich und örtlich begrenzte, stärkere Präsenz von Infektionen. Eine Pandemie, also eine räumlich unbeschränkte Ansteckung, ist aus mehreren Gründen sehr unwahrscheinlich. Impfstoffe und Therapien sind bereits vorhanden. Darüber hinaus ist es möglich, Infektionen mit der viel langsameren Dynamit-Krankheit zu verfolgen.
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