Forscher sind verblüfft, wie der neue Affenpocken-Ausbruch mit einem völlig neuen Verteilungsmuster entstanden ist. Das Virus breitet sich plötzlich von Mensch zu Mensch aus, in Europa, USA, Kanada. Inzwischen wurden mehr als 330 Fälle in mehr als 20 Ländern bestätigt. Sie sind offensichtlich nicht mit West- und Zentralafrika, den bisherigen Verbreitungsgebieten, verwandt. Sie lassen sich auch nicht auf die bisher übliche Ansteckung durch Nagetiere zurückführen. Was hat sich also geändert?
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Forscher verfolgen unterschiedliche Ansätze. Das Virus könnte beispielsweise andere Übertragungswege nutzen als die bisherigen. Es könnte sich nicht nur durch Tropfen, Schmierinfektionen und infektiöse Pocken auf der Haut ausbreiten, sondern möglicherweise auch durch andere Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Vaginalsekret. Im Moment sind die Daten jedoch rar, es gibt nur vereinzelte Hinweise. Es ist auch nicht die einzige Theorie.
Pockenvirus im Sperma nachgewiesen
Auch die Struktur des Virus könnte sich beispielsweise verändert haben. Ähnlich wie das Kronenvirus hätte es mit Hilfe von Mutationen besser übertragbar werden können, also schneller mehr Menschen infizieren können. Bisher ging man aber eigentlich davon aus, dass die Pocken des Affen träge seien. „Bisher haben wir keine innovativen Veränderungen im Erbgut gesehen“, sagt Roman Wölfel, der am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr die Genomsequenzen der ersten Affenpocken-Infizierten in Deutschland analysiert. Laborexperimente sind noch nicht beendet.
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Auch in Deutschland wird an denkbaren Übertragungswegen geforscht. Die ersten Patienten hierzulande wurden genauer untersucht. „Neben der klassischen Ansteckung durch Abstriche und Tropfen konnten wir das Virus auch in Spermien nachweisen“, sagt Infektiologe Clemens Wendtner. Derzeit betreut er im Klinikum München in Schwabing zwei an Affenpocken Erkrankte. „Wir haben es auch mit einer Geschlechtskrankheit zu tun“, sagt der Chefarzt.
Tatsächlich sei die Konzentration des Virus im Sperma höher gewesen als im Blut, sagt der an der Forschung beteiligte Mikrobiologe Wölfel. Ob und wie lange das infektiöse Virus nachgewiesen werden konnte, ist noch nicht klar. Im Urin wurde das Virus noch nicht nachgewiesen.
Wurden bald auch Infektionen bei Frauen entdeckt?
Auch Wölfel weist darauf hin: „Sexualität ist nicht nur die Übertragung von Sperma.“ Soweit bekannt, breitet sich das Pockenvirus im ganzen Körper aus. Und obwohl derzeit vor allem Männer mit Pockeninfektionen der Affen auftreten, ist es laut Wendtner wahrscheinlich, dass in naher Zukunft auch Infektionen bei Frauen entdeckt werden.
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Das Risiko ist nicht auf sexuell aktive Personen oder Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt.
Robert-Koch-Institut
Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt an, dass Affenpocken vor allem „durch engen Körperkontakt“ übertragen werden. „Das Risiko ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder Männer beschränkt, die Sex mit Männern haben.“ Es ist derzeit nicht bekannt, ob Pocken durch Sperma oder Vaginalflüssigkeit übertragen werden können.
Übertragung von Affenpocken durch direkten Hautkontakt beim Geschlechtsverkehr
Andererseits gibt es eindeutige Hinweise darauf, dass direkter Hautkontakt mit dem typischen Affenpockenausschlag bei sexueller Aktivität zu einer Ansteckung führen kann. Bei einigen der oben genannten Patienten wurde ein Ausschlag der Affenpocken im Genitalbereich und im Mund beobachtet. Dies sind Hinweise darauf, dass es beim Geschlechtsverkehr zu Übertragungen kommen kann. Pusteln enthalten infektiöse Viren.
In diesem Zusammenhang bewertet die Europäische Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung des Affenpockenvirus unter Menschen mit mehreren Sexualpartnern in der EU als hoch, das allgemeine Risiko als mäßig und für die Allgemeinbevölkerung wie folgt. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Sie geht davon aus, dass die meisten Fälle mild verlaufen. Allerdings haben Schwangere, Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem ein höheres Risiko, einen schweren Verlauf zu erleiden.
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Wie erkennt man eine Affenpocken-Infektion?
Personen mit Pockensymptomen sollten engen Körperkontakt vermeiden und sofort ärztlichen Rat einholen, zunächst telefonisch. Erkrankte haben Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach Beginn des Fiebers entwickeln sich Hautläsionen, die gleichzeitig die Stadien vom Fleck bis zur Pustel durchlaufen und sich schließlich ablösen und ablösen. Der Ausschlag konzentriert sich normalerweise auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Haut- und Schleimhautveränderungen finden sich auch im Mund, an den Genitalien und an den Augen.
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