#Porschegate: Christian Lindner hat Porsche-Chef Blume getextet

“Spiegel”-Bericht Neues Problem für Lindner? Die SMS des Finanzministers an den Porsche-Chef kamen heraus

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)

© Christian Spicker / AFP

05.08.2022, 10:57 2 Minuten Lesezeit

#Porschegate geht in die nächste Runde. Finanzminister Christian Lindner soll sich einem Medienbericht zufolge mit Porsche-Chef Oliver Blume über angebliche Einflussnahme in Koalitionsverhandlungen ausgetauscht haben.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und Porsche-Chef Oliver Blume tauschten sich einem Medienbericht zufolge unmittelbar nach Einflussnahmevorwürfen des Sportwagenbauers aus. Der „Spiegel“ berichtet unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linksabgeordneten Victor Perli von mehreren SMS Lindners an Blume und von einem Telefonat zwischen den beiden.

SMS von Christian Lindner an den Porsche-Chef

Das ZDF-Satiremagazin „Die Anstalt“ berichtete Mitte Juli, Blume habe bei einer Betriebsversammlung im Juni gesagt, Porsche habe eine „sehr wichtige Rolle“ bei der späteren Nutzung synthetisch hergestellter Elektrokraftstoffe für die darin enthaltenen Verbrennungsmotoren gespielt der Koalitionsvertrag. FDP-Chef Lindner habe ihn “fast stündlich auf dem Laufenden gehalten”.

Selbstgestaltung

Pink, Grün, Blau und Pfirsich: Künstler baut für Porsche den buntesten Sportwagen aller Zeiten

Vorherige Nächste

Auf den ersten Blick sieht dieser Porsche Taycan eher wie ein Polo Harlekin aus. In den 1990er Jahren wollte VW damit seine modulare Bauweise präsentieren.

Monat

Die Sendung wurde am 19. Juli ausgestrahlt. Laut dem neuen „Spiegel“-Bericht hat das Finanzministerium für den 22. Juli „zwei SMS von BM Lindner an Vorstandsvorsitzenden Blume mit der Bitte um einen Anruf“ aufgezeichnet. Für den nächsten Tag heißt es: „Eine SMS von BM Lindner an CEO Blume mit Glückwünschen zur Übernahme des VW-Chefs und zum Folgebericht zu Blumes angeblichen Äußerungen.“ Außerdem: “Telefonat zwischen BM Lindner und CEO Blume.”

Zunächst sei nur bekannt geworden, dass sich der Sprecher von Lindner und Blume darauf geeinigt habe, sagte er dem „Spiegel“. Das Bundesfinanzministerium widersprach dieser Darstellung am Freitagvormittag. Der “Spiegel”-Kommentar sei “widerlegbar”, sagte er.

Der Vorwurf der Einmischung wird zurückgewiesen

Nach Kenntnis der Äußerungen hatten die FDP und Porsche die Vorwürfe der Einflussnahme zurückgewiesen. Blume, die zum 1. September Chef des Volkswagen-Konzerns wird, sagte der „Bild am Sonntag“, er habe bei einer internen Handlung „die falschen Worte gewählt“, was einen „falschen Eindruck“ erwecke. Ein Sprecher der Porsche AG sagte der „Welt am Sonntag“, die Ernennung sei „übertrieben“. Die Wortwahl „entsprach nicht den Tatsachen“.

Reichtum, Revier, Klimaschaden Warum #Porschegate kein Skandal ist und für Lindner dennoch zum Problem werden könnte

26.07.2022

Der Linken-Abgeordnete Perli teilte dem „Spiegel“ nun die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf seine Frage mit: „Die Antwort zeigt, dass die Wege vom Bundesfinanzminister zum Porsche-Chef kurz und direkt sind.“ Er bat um weitere Aufklärung. Das Bundesministerium der Finanzen muss offenlegen, ob und wann die Mitteilung Lindners an den Porsche-Konzern korrekt übermittelt wurde.

Zum „Spiegel“-Bericht stellte das Bundesfinanzministerium fest, dass Lindner dem „Handelsblatt“ bereits im Juni von seinen Kontakten zu Blume berichtet hatte, mit den Worten: „Nein, von meinem Amtsantritt bis zur Stellungnahme der Bundesregierung In der Frage des Verbots von Verbrennungsmotoren gab es keinen Kontakt zwischen Herrn Blume und mir. Ich habe ihn nur kurz nach der Entscheidung kontaktiert, weil ich ihn ermutigen wollte, seine fachlichen Argumente in der manchmal einseitigen Diskussion darüber öffentlich vorzutragen synthetische Kraftstoffe.”

„Ich habe nichts zu verbergen“, sagte Lindner dem „Handelsblatt“. In dem Interview betonte Lindner zudem, dass er es „als Teil meines Amtseids betrachte, enge Kontakte zu Unternehmen, Arbeitgebern und Gewerkschaften zu pflegen“. Um einen Kompromiss “für Einzelinteressen” gehe es ihm daher nicht.

wie AFP

#Themen

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *