inhaftiertes Personal
Ein Schmuggelnetzwerk im Zürcher Gefängnis aufgedeckt
Die Justizvollzugsanstalt Pöschwies hat Anzeige wegen illegaler Wareneinschleusung erstattet. Die Polizei im Kanton Zürich hat mehrere Personen festgenommen, darunter einen Mitarbeiter.
Veröffentlichung: 16:57
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Aktualisiert: 17:35 Uhr
Die Justizvollzugsanstalt Pöschwies (JVA) erstattete bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Beweises des Schmuggels illegaler Waren. Mehrere Personen wurden festgenommen, darunter ein Gefängnisangestellter. Das teilte das Zürcher Justizdepartement am Montag mit.
Es bestehe der Verdacht, dass Menschen über einen längeren Zeitraum Betäubungsmittel und andere verbotene Waren ins Gefängnis geschmuggelt hätten, um sie gewinnbringend zu verkaufen, sagten Staatsanwälte gegenüber der «NZZ».
“Viel Substanz ging in die Gefängnisse”
Obwohl der Kanton keine weiteren Angaben machen will, berichtet die NZZ, dass am Montag im Auftrag der Zürcher Staatsanwaltschaft Razzien in drei Kantonen durchgeführt wurden. Neben dem Pöschwies-Mitarbeiter wurden auch mehrere Gefängnisinsassen festgenommen.
Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr hat am Montagmorgen über den Angriff auf das Kantonsparlament informiert. «Es ist tatsächlich viel Substanz in die Gefängnisse geflossen», sagte er der NZZ. Die Polizei ermittelte im Auftrag der Staatsanwaltschaft wochenlang in dem Fall. „Während der Ermittlungen ging der Schmuggel weiter. Der Justizvollzug konnte nicht eingreifen, ihm waren die Hände gebunden“, sagte der Regierungsrat.
500 Franken für Drogen, bis 3500 pro Handy
Im Rathaus wurde über eine Eilanfrage der FDP und der SVP beraten. Er forderte eine Untersuchung der Vorgänge im Gefängnis. Die drei Kantonsräte wollten unter anderem wissen, wie es möglich war, dass Schmuggel unter dem Radar der Behörden stattfand und ob das Gefängnispersonal wirklich nicht kontrolliert werde.
Im Juni berichtete „20 Minuten“, dass Pöschwies Häftlinge monatelang von einem Wärter mit Drogen und Handys versorgt wurden. Insgesamt soll der Wärter rund 20 Handys ins Gefängnis geschmuggelt haben. Zwischen 1500 und 3500 Franken verlangte er pro Gerät. Für Drogenschmuggel soll er pro Häftling 500 Franken gefordert haben. Ob es sich bei der jetzt festgenommenen Person um diese Bürgerwehr handelt, ist nicht bekannt. (de)