Praterwal erhebt sich im Wien Museum

Kultur

Die erste Ausstellung, die heute im Wien Museum zu sehen ist, ist ein etwa zehn Meter langer Wal. Die Skulptur war über sechzig Jahre lang das Maskottchen des Gasthauses „Zum Wal“ im Prater.

19.07.2022 00.00 Uhr

Online ab heute, 0.00 Uhr

Aufgrund der Größe des Objekts wird der Wal bereits während der Bauarbeiten ins Wien Museum gebracht. Der Wal ist fast zehn Meter lang und wiegt 1.700 Kilo. Der in eine Transportfolie gehüllte Wal erhebt sich vor dem Gebäude vor dem späteren Eingang mit einem Kran. Dann wird die Skulptur installiert. Der Wal erhält eine neue Verpackung und hängt mit einer Seilwinde unter der Zimmerdecke.

Der Wal war das Maskottchen des Gasthauses „Zum Walfisch“ im Wiener Prater. Nach der Renovierung des Wien Museums wird die Skulptur als eines der großen Objekte im neuen Raum ausgestellt. Die weiteren 2.000 Objekte werden im Sommer 2023 nach Abschluss der Innenarchitektur abtransportiert. Zur Dauerausstellung gehören auch die Originalfiguren des Donnerbrunnens, die Galakutsche des Bürgermeisters, das Modell des heiligen Stephanus, das Pferd von Waldheim und die Schrift Südbahnhof.

Herberge in den 50er Jahren umgebaut

Ein Praterplan aus dem Jahr 1782 zeigt bereits ein Gasthaus namens „Zum Walfisch“. Es wurde von mehreren Eigentümern mehrfach um- und ausgebaut. Nach dem großen Praterbrand im Frühjahr 1945 wurde das Gasthaus in den 1950er Jahren wieder aufgebaut: Die Architektin und damals junge Absolventin der Hochschule für angewandte Kunst Maria Benke entwarf die Walskulptur als Teil der Gesamtgestaltung des Restaurants. Damals blieb der Wal mehr als 60 Jahre über dem Eingang des Gasthauses.

Birgit und Peter Kainz, Wien Museum 2016 wurde der Praterwal dem Wien Museum geschenkt

Der Transport des Objekts entlang der Ringstraße und über die Karlskirche hinaus in den Prater wurde in einem Werbefilm der Gösser Brauerei festgehalten. Die Brauerei war der Bierlieferant des Gasthauses. Der Wal aus Holz und Kupferblech hatte auch einige technische Feinheiten. Die Augen der Skulptur leuchteten in der Dunkelheit, und von Zeit zu Zeit blies eine Wasserfontäne in die Luft.

2016 Überführung in das Wien Museum

2013 wurde das Gasthaus „Zum Wal“ abgerissen. Der Eigentümer des Bau- und Abbruchunternehmens hielt den Wal dann auf dem Firmengelände. Nachdem die Prater-Geschäftsleute die Skulptur 2016 dort entdeckt hatten, wurde sie nach kurzen Verhandlungen im Rahmen der „Save the Whale!“-Aktion dem Wien Museum geschenkt. Der Wal wurde in den letzten Jahren im Museumsdepot in Himberg restauriert.

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