Pratteln BL: Tierschützer wollen den “Maulkorb” im Bund anfechten

Veröffentlicht am 12. August 2022, 12:37 Uhr

Pratteln BL: Tierschützer wollen den “Maulkorb” im Bund anfechten

Tierschützer wollten mit einer Mahnwache vor dem Festgelände gegen die Live-Verleihung beim Eidgenössischen Schwingerfest demonstrieren. Die Gemeinde Pratteln erteilte ihnen eine Absage.

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Der siegreiche Muni Magnus mit Züchter Jürg Degen vom Pratteler Hof Schönenberg. Tierschützer wollen gegen die Vergabe der sogenannten Lebendpreise demonstrieren.

ESAF

Der siegreiche Muni Magnus mit Spender Tobias Schmied von Marti AG und Züchter Jürg Degen vom Pratteler Hof Schönenberg.

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Der Basler Tierschützer Olivier Bieli und seine Organisation Basel Animal Save wollen sich gegen die Vergabe von Lebenspreisen aussprechen. Der Pratteler Gemeinderat lehnte die geplante Kundgebung vor dem Festgelände am 28. August jedoch ab.

Aktivisten der Tierschutzorganisation «Basel Animal Save» berichten, dass sie von der Gemeinde Pratteln einen «Maulkorb» erhalten haben. Was ist passiert? Die Organisation hatte sich beim Rathaus Pratteln für eine Standaktion vor dem Festgelände des Eidgenössischen Älpler- und Schwingerfestes beworben. Am 28. August wollten sie eine stille Mahnwache gegen die Übergabe der Live-Preise abhalten und die Feierlichkeiten in keiner Weise stören. Bis zu 30 Aktivisten beteiligten sich an dem stillen Protest.

Beim ESAF, das vom 26. bis 28. August in Pratteln stattfindet, kommen die Siegerpokale aus den Boxen. Der König des Kampfes erhält den siegreichen Muni Magnus, der Zweitplatzierte die trächtige Kuh Landina. Rinder, Stuten, Fohlen, insgesamt elf lebendige Preise warten im Gabentempel auf Kämpfer, Steinpfandleiher und Hornisten. Damit sind Tierschützer konfrontiert. “Tiere sind keine Preise”, sagen sie.

Das Rathaus hat Sicherheitsprobleme

Aus Sicherheitsgründen genehmigt der Pratteler Gemeinderat die Kundgebung nicht. Eine solche Veranstaltung berge immer Konfliktpotenzial, „selbst wenn die Teilnehmer beabsichtigen, sie in einem friedlichen Umfeld durchzuführen“, heißt es in dem Dekret. Außerdem stellen Unterbrechungen im Eingangsbereich, die den normalen Ablauf des Festivals beeinträchtigen könnten, eine Gefahr dar und nicht zuletzt, damit alle geplanten Evakuierungswege eingehalten werden können, wird den Bewerbern kein anderer Standort angeboten, heißt es sagte.

Oliver Bieli von Basel Animal Save versteht diese Argumentation nicht. “Kronen-Leugner, Fussball-Hooligans und Mayday-Chaos können in der Nordwestschweiz offenbar alles anstellen”, sagt er. Demokratisch handelnde Anwärter dürften es hingegen zumindest in Pratteln schwer haben, ihre Meinung zu äußern. „Demonstrationen sind durch die Bundesverfassung geschützt und können nicht einfach aus fragwürdigen Gründen abgelehnt werden“, sagte Bieli.

Jetzt muss die Regierung entscheiden

Die Tierschutzorganisation wird sich nun mit einer Beschwerde gegen die Entscheidung des Rates wehren. Beschwerdeinstanz ist der Kantonsrat. Vermutlich müssen Sie zunächst prüfen, ob die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat. Das wäre in diesem Fall wahrscheinlich, denn ohne einen rechtzeitigen Entscheid würden die Gesuchsteller von Basel Animal Save einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil erleiden, wenn die Regierung den Entscheid des Pratteler Rates später aufhebt.

Eine Regierungsentscheidung sei aber noch vor dem 28. August möglich, sagt Regierungssprecher Nic Kaufmann auf Anfrage. Die Beschwerde wird voraussichtlich bei der Regierungssitzung am 23. August diskutiert.

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