„Putin hätte sein Ziel erreicht“: Habeck erteilte Nord Stream 2 eine klare Absage

„Putin hätte sein Ziel erreicht“ Habeck lehnt Nord Stream 2 klar ab

22.7.2022 01:04

Durch Nord Stream 1 fließt wieder Gas, doch Bundeswirtschaftsminister Habeck sieht keinen Grund, sich sicher zu fühlen. Deutschland muss Alternativen finden, und damit meine ich ausdrücklich nicht die fertige Gaspipeline Nord Stream 2.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat davor gewarnt, die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 als Zeichen der Verlässlichkeit zu nehmen. Russlands Präsident Wladimir Putin setze die Verfügbarkeit von Gas immer wieder strategisch ein, um Deutschland und Europa zu spalten, sagte der Grünen-Politiker dem “heute journal” des ZDF. “Wir müssen akzeptieren, dass Putin diesen Gashebel gegen uns einsetzt”, warnte Habeck. Deshalb muss Deutschland Alternativen finden und sparsam sein.

Trotz gegenteiliger Befürchtungen in Deutschland hat Russland nach Wartungsarbeiten am Donnerstag die Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wieder aufgenommen. Wie vor dem 10-tägigen Einfrieren war der Durchfluss jedoch auf etwa 40 Prozent der Kapazität begrenzt. Russland begründet dies mit dem Fehlen einer Turbine, die aufgrund von Sanktionen vorübergehend in Kanada festgehalten, später aber auf Bitten Deutschlands wieder freigegeben wurde. Wo sich die Turbine derzeit befindet, ist unklar.

Habeck nannte die Turbine ein „fortgeschrittenes Argument“ und ein „extravagantes Spiel“ Russlands. Die Firma Gazprom hat genug Turbinen. Diese Turbine ist nicht erforderlich. Schon vor der Wartung von Nord Stream 1 hätte die Leitung zu 100 Prozent laufen können, sagte Habeck. Der Idee, die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen, widersetzte er sich vehement. Putin hat auch auf diese Linie verwiesen, die fertiggestellt, aber noch nicht für den Betrieb genehmigt wurde und US-Sanktionen unterliegt. Habeck sagte, die Inbetriebnahme würde nichts ändern und die Abhängigkeit von russischem Gas erhöhen. Dann hätte Putin sein Ziel erreicht, die Sanktionen zu brechen. „Das würde in Deutschland und Europa die weiße Fahne hissen. Das sollten wir auf keinen Fall tun.“

Der Wirtschaftsminister hat auch den Zusammenhalt in Deutschland trotz hoher Energiepreise und Inflation hervorgehoben. „Wir sind ein starkes Land“, sagte Habeck. Es besteht eine starke Interaktion zwischen Menschen, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik. „Putin wird sehen, wie stark wir sind“, sagte Habeck.

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