Tausende russische Soldaten haben seit Ausbruch des Ukrainekrieges ihr Leben verloren. Unter den Toten sind auch viele hochrangige russische Soldaten.
Nun haben die ukrainischen Streitkräfte erneut einen hochdekorierten russischen Soldaten eliminiert. Am Sonntag wurde der russische Luftwaffengeneral Kanamat Botashev (†63) über der Region Luhansk abgeschossen. Der Kampfpilot starb.
Drei ehemalige Soldaten haben der BBC Botashevs Tod bestätigt. Eigentlich sollte der General nicht am Krieg teilnehmen. Der 63-Jährige ist seit Kurzem im Ruhestand. Daraufhin wurde er laut BBC zur Rückkehr in den aktiven Dienst beordert, weil in Russland vor allem in der Luft Fachkräftemangel herrschte.
Botashew absolvierte eine Karriere in Bilderbüchern. Er soll viele Jahre als Scharfschützenpilot gedient haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums dauert diese Ausbildung zwischen zehn und zwölf Jahren. Er stieg schnell in den Reihen der russischen Militärhierarchie auf und wurde schließlich zum General der Luftwaffe ernannt.
Er flog Flugzeuge, die nicht hätten fliegen sollen
Das Unglück setzte sich 2012 fort, auch im direkten Sinne des Wortes. Botashev war für den Verlust eines russischen Kampfjets verantwortlich. Obwohl er dieses Modell nicht hätte fliegen dürfen, ignorierte der General alle Vorschriften und bestieg das Cockpit, begleitet von einem anderen Jet.
Dann wollte er ein paar Tricks in der Luft machen. Der General verlor die Kontrolle über den Kampfjet. Dann drehte der Hauptjet um und stürzte schließlich ab. Botashev verteidigte sich vor Gericht mit den Worten: “Ich wollte nur einen Kampfjet fliegen, aber ich dachte nicht, dass dieses Flugzeug seine eigenen Eigenschaften hat.”
Der Prozess ergab, dass Botaschew bereits ein Jahr zuvor ein ähnliches Verbrechen begangen hatte. Auch damals war ein Flugzeug unerlaubt geflogen. Später wurde er vom Gericht zu vier Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von CHF 85’000 verurteilt.
Nach dem Prozess und seiner Verurteilung zog sich Botashev aus den Reihen der Streitkräfte zurück. Nach Putins Invasion in der Ukraine gab der General das zivile Leben auf und trat wieder der Armee bei. Mehrere Soldaten sagten der BBC, dass ihr ehemaliger Kommandant dem Krieg „nicht fernbleiben konnte“. (ced)