OTTO Immobilien: Der Anteil an neu eröffneten Flächen in Top-Lagen nimmt zu, kleinere Stores mit neuen Konzepten liegen im Trend.
Wien (OTS) – Der stationäre Handel bleibt trotz des Siegeszugs des E-Commerce unverzichtbar. „Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass Business wichtig für Image, Emotionen, Erlebnis, Vertrauen und Branding ist und bleiben wird“, so Anthony Crow, MSc, Head of Retail bei OTTO Immobilien, ein halbjährliches Update zum nationalen Einzelhandel Markt. Damit wird sich seiner Meinung nach auch die Funktion stationärer Geschäfte verändern: „Der Trend geht zu Showrooms und Flagship-Stores, um den Marketingeffekt zu treiben“, sagt Crow. Das gilt übrigens auch für Online-Händler, die zunehmend auf eine stationäre Präsenz angewiesen sind. Um ihre Ziele zu erreichen, setzen Marken auf neue Konzepte wie ein hybrides Einkaufserlebnis, innovative Features oder Produktindividualisierung. Diese Entwicklung spiegelt sich in den Anforderungen an die Immobilie wider: „Der Trend geht zur Flächenreduzierung, aber hin zu privilegierten Lagen, insbesondere bei Konsolidierungsprozessen oder strategischen Bestandsoptimierungen und Umzügen“, sagt Crow.
Dynamik der Vermietungssituation, insbesondere in den prominentesten Lagen
Der stationäre Handel zeigt jedenfalls wieder ein starkes Lebenszeichen: Gab es 2020 rund 190 Neueröffnungen, waren es im Vorjahr bereits rund 600. Und der Flächenanteil der Neueröffnungen steigt. „Besonders beliebt sind Lagen wie das Goldene H oder die Mariahilfer Straße“, sagt Martin Denner, Leiter Immobilienresearch bei OTTO Immobilien. Im ersten stehen derzeit innerhalb und außerhalb des Marktes zwischen 3.000 und 4.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, in der Mariahilfer Straße sind es zwischen 5.000 und 6.000 Quadratmeter. Die Mieten sind hier genauso hoch. „Oberhalb des Goldenen H liegen die Mieten bei 500 Euro pro Quadratmeter, in den relevanten Seitenstraßen bei 150 Euro pro Quadratmeter“, berichtet Denner. In der Mariahilfer Straße selbst beträgt die Hauptmiete 150 Euro pro Quadratmeter und in den entsprechenden Seitenstraßen 100 Euro pro Quadratmeter. Anders sieht es in Nebenlagen aus: Hier macht sich der Druck auf die Mieten bemerkbar, dies gilt insbesondere für große Flächen mit vertikaler Geschossstruktur.
Mieter werden preissensibel und warten auf Pandemie- oder „Kriegs“-Klauseln.
Allerdings sei an allen Standorten eine gewisse Preissensibilität der Mieter spürbar: „Einzelhändler werden nach unseren Beobachtungen bald eine gewisse Anpassung des Mietniveaus verlangen, oft schon sehr früh im Prozess der Prüfung einer möglichen Flächenoption.“ sagt Krähe. . Nicht zuletzt, weil die Mieten in anderen europäischen Städten zuletzt um zehn bis 15 Prozent, teilweise sogar um 20 Prozent gesunken sind. „Neben generell kürzeren Mietvertragslaufzeiten und klassischen Anreizen wie Staffelmiete, Baukostenzuschüssen oder kreativ gestalteten Verlängerungsoptionen sind Pandemieklauseln mittlerweile oft fester Bestandteil eines Mietvertrags Mietverträge”, berichtet Crow. Auch verkaufsbezogene Mieten sind vor allem an den Hauptstraßen zunehmend Vertragsbestandteil. „Generell beobachten wir aber – gerade in den Vermietungsprozessen, die wir begleiten können – sehr oft eine offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis zwischen Vermieter und Mieter, sodass man an fast allen Standorten auf Basis der Zusammenarbeit Lösungen finden kann, die für beide passen Seiten”, sagt Crow.
Kurzfristig gibt es keine niedrigeren Mieten
Daher ist auch aufgrund der regen Dynamik und guten Nachfrage nicht mit einer kurzfristigen Senkung des Mietniveaus zu rechnen. „Mittelfristig gehen wir aber davon aus, dass es in allen Bereichen Wiens zu einigen Anpassungen kommen wird. Das liegt vor allem an der schwierigen wirtschaftlichen Lage aufgrund politischer Ereignisse und deren möglichen Folgen“, sagt Crow. In Nebenlagen ist bereits Druck auf die Mietpreise zu spüren.
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