SP-Frauen empört über Deal
Helsana gewährt Abtreibungsgegnern einen Rabatt
Die Krankenkasse Helsana gewährt Pro-Life-Mitgliedern Rabatte, aber sie müssen einen Abtreibungsverbotsbrief unterschreiben. Das bringt SP-Frauen zum Leuchten. Sie fordern die sofortige Auflösung der Gesellschaft.
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Abtreibungsrechte werden auch in der Schweiz zum Thema. Abtreibungsgegner wie hier beim “March for Life” sind auf dem Vormarsch.
Die SP-Frauen sind empört. Ihre Wut richtet sich gegen die Versicherungsgruppe Helsana. Sie attackieren das Unternehmen in einem offenen Brief und mit einer Unterschriftensammlung. Helsana muss «jede Zusammenarbeit mit der Anti-Abtreibungs-Organisation» Pro Life sofort beenden!
Die SPler verweisen auf die Recherche von «Swissinfo.ch». Deshalb erhalten Mitglieder des Vereins Pro Life zehn Prozent Rabatt auf die Zusatzversicherungsprämien von Helsana, aber nur, wenn sie einen Abtreibungsverbot unterschreiben.
Rechtlich irrelevant
Das ist der Berner Nationalrätin und Co-Präsidentin der SP Frauen Schweiz, Tamara Funiciello (32), ein Dorn im Auge. Auf Twitter prangert die Versicherungsgesellschaft an.
«Das Recht auf Abtreibung ist ein Grundrecht, für das Generationen von Frauen in der Schweiz und auf der ganzen Welt gekämpft haben und kämpfen», kritisiert die SP-Sektion in ihrem offenen Brief. Und: „Durch die Zusammenarbeit mit Pro Life unterstützen Sie eine Bewegung, die dieses Grundrecht und damit auch die körperliche und geistige Gesundheit von Frauen direkt angreift.“
Rechtlich macht besagtes Schreiben aber ohnehin keinen Sinn, denn der Schwangerschaftsabbruch muss von der gesetzlich vorgeschriebenen Krankenkasse bezahlt werden.
Helsana: «Wir schliessen niemanden aus»
«Wir bedauern, dass sich Abtreibungsbefürworter angegriffen fühlen», erklärt eine Helsana-Sprecherin auf Anfrage. Gleichzeitig betont er aber, dass es nicht Sache von Helsana sei, die Positionen ihrer Versicherten zu beurteilen. “Das sind persönliche Entscheidungen, die wir respektieren, die uns aber nicht betreffen.”
Helsana und Pro Life hatten in der Branche lediglich einen gemeinsamen Tarifvertrag abgeschlossen. Rabatte auf Zusatzverträge sind in diesen Fällen üblich. „Aber diese Rabatte haben nichts mit den jeweiligen Richtlinien, Satzungen etc. der Organisationen”, sagt er. Helsana hat und hat keinen Einfluss auf die Statuten von Vereinen und anderen Organisationen. Der Konzern schließt Tarifverträge mit verschiedenen Vereinen und Verbänden ab.
Das Thema Abtreibung sei eine gesellschaftliche Debatte, die “politische Antworten verlangt, nicht von uns als Krankenkasse”. Auch beim Thema Schwangerschaftsabbruch haben Helsana und Pro Life keine gemeinsame Position. Das Unternehmen teilt oder beurteilt die Positionen und Ziele von Pro Life und seinen Mitgliedern nicht. Aber: “Wir schließen niemanden vom Anspruch auf Versicherungsschutz aus, unabhängig von seiner politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung.”
Das scheint den SP-Frauen zu wenig zu sein. (db)
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