Ratingagentur: Moody’s Default Notes für Russland

Gepostet am 28. Juni 2022, 3:31 Uhr

Nach Angaben der US-Ratingagentur dürften Zinszahlungen für zwei Staatsanleihen auch nach 30 Tagen Verzögerung nicht bei den Gläubigern angekommen sein. Wegen westlicher Sanktionen hat der Kreml Probleme, Auslandsschulden zu begleichen.

Der Standardwert ist keine Überraschung. (Archivbild)

imago / Levine-Roberts

Die Ratingagentur Moody’s hat festgestellt, dass Russland in Zahlungsverzug gerät, weil internationale Investoren ihre Schulden nicht fristgerecht bezahlt haben. Konkret handele es sich um Zinszahlungen auf zwei Staatsanleihen, die auch nach einer 30-tägigen Verzugsfrist nicht bei den Gläubigern angekommen seien, teilte das US-Unternehmen in New York am Montag (Ortszeit) mit.

Es ist mehr als hundert Jahre her, seit Russland mit seinen Auslandsschulden in Verzug geraten ist. Das letzte Mal, dass das Land seine Rechnungen mit internationalen Gläubigern nicht beglich, war 1918 nach der bolschewistischen Revolution. Der letzte Staatsbankrott Russlands war 1998 eine Folge der Geldknappheit infolge des Ölpreisverfalls und der Asienkrise, betraf damals aber nur die Inlandsverschuldung in Rubel.

Es ist nicht wirklich eine Insolvenz

Diesmal ist es nicht im eigentlichen Sinne pleite. Die russische Staatskasse ist gut gefüllt, aber der Kreml hat wegen der westlichen Sanktionen wegen des Krieges in der Ukraine Mühe, die Auslandsschulden zu begleichen. Dass Moskaus Zahlungen wegen der Sanktionen blockiert wurden, “ist nicht unser Problem”, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut Nachrichtenagentur Interfax am Montag.

Angesichts der bekannten Sanktionsprobleme ist die Nichtzahlung nicht verwunderlich. An den Finanzmärkten galt das Risiko seit Monaten als gut kalkulierbar und beherrschbar. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, bezeichnete die Beteiligung internationaler Banken in Russland als “definitiv nicht systemrelevant”.

Leben Sie oder jemand, den Sie kennen, in Armut?

(DPA / sys)

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