Raucher leben im Durchschnitt deutlich kürzer

Zwei Jahre nach dem Rauchstopp hat ein ehemaliger Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Nichtraucher. Raucher, die seit fünf Jahren nicht mehr geraucht haben, haben das gleiche Herzinfarktrisiko wie Nichtraucher. Nach fünf Jahren halbiert sich auch das Risiko für Mundhöhlen-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs. Auch das Schlaganfallrisiko kann bei einem Nichtraucher bereits nach zwei oder fünf Jahren sinken.

Was ist mit dem gefürchteten Lungenkrebs?

Zehn Jahre nach dem Rauchstopp ist das Risiko eines ehemaligen Rauchers, an Lungenkrebs zu erkranken, nur noch halb so hoch, als wenn er kontinuierlich geblasen hätte. Zum Beispiel kann jemand, der 40 Jahre lang geraucht hat und vor fünf Jahren aufgehört hat, heute noch Lungenkrebs entwickeln. Laut Ärzten steigt das Risiko zumindest nicht mehr an.

Wie wirkt sich das Rauchen nicht auf das Leben aus?

Laut DKFZ-Berechnungen verkürzt starkes Rauchen das Leben um durchschnittlich zehn Jahre. Deutsche Versicherer erreichen sechs oder sieben Lebensjahre weniger. Das Worst-Case-Szenario ist ein stark übergewichtiger Raucher, der viel trinkt und viel rotes Fleisch isst und im Vergleich zur Person mit dem günstigsten Risikoprofil bis zu 17 Jahre Lebenserwartung verliert. Bei einer Frau sind es fast 14 Jahre.

Studien zeigen, dass vier von fünf Ex-Rauchern in den ersten ein bis zwei Jahren nach dem Rauchstopp durchschnittlich viereinhalb Pfund zunehmen. Ursache ist ein reduzierter Stoffwechsel und eine erhöhte Kalorienaufnahme nach dem Rauchstopp.

Nikotin beschleunigt Stoffwechselprozesse. Deshalb nehmen Raucher täglich bis zu 200 Kilokalorien mehr zu sich als Nichtraucher. Nikotin hat auch eine appetitzügelnde Wirkung. Nach dem Rauchstopp verbrennt der Körper weniger Energie und gleichzeitig greifen viele Menschen statt zu Zigaretten zu Süßigkeiten und Snacks.

Was ist der beste Weg, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Laut einem Bericht der unabhängigen Wissenschaftsorganisation Cochrane funktioniert die Raucherentwöhnung mit E-Zigaretten besser als mit Nikotinersatzprodukten wie Pflastern und Kaugummis. Das liegt auch daran, dass die Ähnlichkeit den Abschied von Schwuchteln erleichtert.

Allerdings wurden die möglichen Spätfolgen von E-Zigaretten nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie die Frage, ob sie gerade für junge Menschen als Einstiegsdroge fungieren können. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät von E-Zigaretten und sogenannten Tabakerhitzern ab, da der Konsum mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

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