“Reaktionärer Unsinn”: Ampel wehrt sich gegen multikulturelle Vorwürfe

Am Mittwoch beschwerte sich Gewerkschaftsvorsitzende Andrea Lindholz (51, CSU) gegenüber BILD über das geplante Einwanderungsgesetz. Die Ampel mit ihrer „Multikulti-Politik“ geht in die falsche Richtung.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (65, CSU) sieht darin einen „massiven Anreiz für mehr illegale Migration nach Deutschland“.

Jetzt kontert die Ampel: SPD-Fraktionschef Dirk Wiese (38) in BILD: Lindholz und Herrmann „haben die geplanten Maßnahmen nicht verstanden“. Wiese: „Es geht nicht um Multikulturalismus oder die Aushöhlung unseres Asylrechts. Was für ein reaktionärer Unsinn!“

Wiese nennt drei Gründe:

► Geduldete und gut integrierte Menschen sollen die Möglichkeit haben, in Sicherheit zu bleiben und ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. „Das ist gut für unsere Gesellschaft, auch angesichts des Fachkräftemangels. Immer wieder erreichen uns Klagen von Arbeitgebern, deren Mitarbeiter mit Duldung über Nacht abgeschoben werden.“

► Die Regel schaffe nach Ansicht des Sozialdemokraten keine Anreize für eine künftige Migration nach Deutschland. Denn es betreffe nur diejenigen, „die bis zum 1. Januar 2022 mindestens fünf Jahre in Deutschland geduldet wurden und sonst keine Straftat begangen haben“. CDU und CSU versuchten, “Bewusst Ängste zu wecken, ohne Perspektive und Grund”.

► Ziel ist es, lange Stillstandszeiten durch schnellere rechtsverbindliche Verfahren und effektivere Rückführungen zu vermeiden. Wiese: „Seit 16 Jahren haben die Innenminister von CDU und CSU keine Fortschritte bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber gemacht. Die Koalition der Ampeln repariert jetzt, was die Union seit Jahren nicht getan hat.“

Auch Parlamentarischer Staatssekretär Stephan Thomae (54, FDP) kritisiert: „Wenn einer in der Migrationspolitik falsch liegt, dann die Union!“ Das geplante Ampel-Einwanderungsgesetz belohnt, “wenn Menschen sich um eine gelungene Integration bemühen”. Deutschland ist ein Einwanderungsland. „Die Ampelkoalition beendet damit das bisherige Chaos in der Migrationspolitik und die Praxis der Unionsinnenminister, immer die Falschen abzuschieben.“

Der Entwurf des Wohnhauses von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (51, SPD) sieht zudem eine Verlängerung der drohenden Abschiebehaft für bestimmte Straftäter von drei auf sechs Monate vor.

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