Referendum: Dänemark stimmt über Beteiligung an EU-Sicherheitspolitik ab – „Putin-Signal“

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Dänemark stimmt für Beteiligung an EU-Sicherheitspolitik: „Putins Signal“

Ab: 2:15 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

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Quelle: dpa / Emil Helms

Die Dänen haben mit großer Mehrheit für die Teilnahme an der gemeinsamen Verteidigungspolitik der EU gestimmt. Knapp 67 % stimmten in einem Referendum für ein Ende des dänischen Sonderwegs.

Die Dänen haben sich klar dafür ausgesprochen, die sogenannte EU-Verteidigungsreserve ihres Landes abzuschaffen. Bei einer Volksabstimmung am Mittwoch stimmten 66,9 Prozent der Wähler für die Aufhebung des seit fast 30 Jahren bestehenden Vorbehalts. Nach Auszählung fast aller abgegebenen Stimmen erreichte die Gegenseite rund 33 Prozent. Eine überwältigende Mehrheit der Dänen habe für die Abschaffung des Vorbehalts gestimmt, sagte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Abend gegenüber Parteifreunden in Kopenhagen.

Damit kann sich Dänemark nun an der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitszusammenarbeit beteiligen. Dänemark habe ein klares Signal an seine Nato- und europäischen Verbündeten, aber auch an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gesendet, sagte Frederiksen. „Wir zeigen, dass wir anderen uns näher kommen, wenn Putin in ein freies und unabhängiges Land eindringt und die Stabilität Europas bedroht.“

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Damit kann sich Dänemark künftig an der europäischen Sicherheits- und Verteidigungszusammenarbeit und damit beispielsweise an EU-Militärmissionen beteiligen. Bisher erlaubte eine EU-spezifische Sonderregelung dem Land beispielsweise die Teilnahme an zivilen, aber nicht militärischen EU-Missionen oder an der gemeinsamen Entwicklung von Waffensystemen.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 66 Prozent

Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und der damit einhergehenden veränderten Sicherheitslage in Europa wurden am Mittwoch fast 4,3 Millionen Dänen aufgefordert, über den Vorbehalt abzustimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 66 Prozent. Die meisten dänischen Parteien, darunter auch die regierenden Sozialdemokraten, hatten sich für eine Abschaffung ausgesprochen.

Dänemark ist das einzige EU-Land mit einem solchen Sonderstatus in Verteidigungsfragen. Sie besteht seit 1993. Ein Jahr zuvor hatten die Dänen gegen den Vertrag von Maastricht gestimmt. Das skandinavische Land handelte daraufhin vier Vorbehalte zur EU-Kooperation aus, um sich unter anderem aus Verteidigungsfragen herauszuhalten. Im zweiten Anlauf hat das Volk dann dem Vertrag von Maastricht zugestimmt.

Das Ergebnis bedeutet nun, dass Deutschlands nördlichster Nachbar erstmals eine seiner Sonderregelungen in einem Volksentscheid abschafft. 2000 stimmte das Volk gegen den Euro, 2015 auch gegen die justizielle Zusammenarbeit der EU.

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