Referendum in Dänemark Mehrheit für Beteiligung an EU-Sicherheitspolitik

Stand: 02.06.2022 00:54

Bisher wurde Dänemark von der EU-Verteidigungszusammenarbeit ausgeschlossen. Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg hat die Bevölkerung nun entschieden, dass sie diese Sonderregelung abschaffen will.

Dänemark hat sich im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine mit deutlicher Mehrheit für die Abschaffung seiner EU-Verteidigungsreserve ausgesprochen. 66,9 Prozent der Wähler stimmten für die Abschaffung, 33,1 dagegen, teilte die Wahlkommission am Abend mit. Der Anteil lag nach vorläufigen Angaben bei 66,23 Prozent.

Durch die in der EU einzigartige Sonderregelung kann sich das Land bisher beispielsweise an zivilen, aber nicht militärischen Missionen der EU oder an der gemeinsamen Entwicklung von Waffensystemen beteiligen.

Eine überwältigende Mehrheit der Dänen habe für die Abschaffung des Vorbehalts gestimmt, sagte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vor Parteifreunden in Kopenhagen. Damit kann sich Dänemark nun an der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitszusammenarbeit beteiligen.

Dänemark habe ein klares Signal an seine Nato- und europäischen Verbündeten, aber auch an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gesendet, sagte Frederiksen. „Wir zeigen, dass wir anderen uns näher kommen, wenn Putin in ein freies und unabhängiges Land eindringt und die Stabilität Europas bedroht.“

1993 garantierte Sonderrechte

Dänemark sicherte sich 1993 in einem Referendum Sonderrechte über den Vertrag von Maastricht, der den Grundstein für die moderne EU legte. Das Land hat seine eigene Währung beibehalten und wurde von der gemeinsamen Verteidigungspolitik ausgenommen.

Die meisten dänischen Parteien, darunter die regierenden Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, hatten sich für die Abschaffung des Vorbehalts ausgesprochen. Dies ist das erste Mal, dass Dänemark eine solche Sonderregelung per Referendum erlassen hat. Bisher hatte die dänische Bevölkerung diese Schritte abgelehnt. 2000 stimmte das Volk gegen den Euro und 2015 auch gegen die justizielle Zusammenarbeit der EU.

Dänemark ist Gründungsmitglied der NATO und arbeitet eng mit Verbündeten im Militärbündnis zusammen. Dazu gehören auch 21 der 27 EU-Staaten. Verteidigungszusammenarbeit sei daher nicht neu, würde aber jetzt vertieft.

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