Reform in den kommenden Tagen: Ampel will 138 Abgeordnete weniger im Bundestag

Reform in den kommenden Tagen Ampeln wollen 138 Abgeordnete weniger im Bundestag

07.03.2022 05:23

Einem Bericht zufolge nehmen Ampelpläne für einen kleineren Bundestag Gestalt an. Bereits nächste Woche soll es grünes Licht für eine Reform geben, die künftig keine Vorwärtsmandate mehr vorsieht. Die Union hält sie für verfassungswidrig.

Die Ampelkoalition will laut einer Zeitung in den kommenden Tagen eine Reform des Wahlrechts und damit eine Verkleinerung des Bundestages einleiten. Die Wahlrechtskommission des Bundestages soll am Donnerstag grünes Licht für den Reformplan geben, berichtet die “Bild” unter Berufung auf Fraktionsverbände.

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, sagte der Zeitung: „Ich freue mich auf die Zustimmung der Ampelgruppen.“ Der Entwurf sieht vor, dass das Parlament nach der nächsten Bundestagswahl 2025 nicht mehr als die gesetzlich vorgesehenen 598 Sitze haben wird. Infolge der sogenannten Überlastungs- und Ausgleichsmandate gibt es derzeit 736 Abgeordnete.

Die Eckpfeiler des Reformplans waren bereits im Mai bekannt. Demnach soll zwar eine personalisierte Verhältniswahl mit Erst- und Zweitstimme bestehen bleiben, aber erst die Zweitstimme über die Größe des Bundestages entscheiden. Damit würden Überlastungs- und Ausgleichsmandate beseitigt, aber nicht alle Wahlkreissieger kämen ins Parlament. Bisher sind Überlastungsmandate entstanden, wenn eine Partei in einem Land mehr Direktmandate gewinnt, als ihr aufgrund des Ergebnisses des zweiten Wahlgangs zustehen. Die anderen Parteien erhalten dann Ausgleichsmandate zur Wiederherstellung der Verhältniswahl ab dem zweiten Wahlgang.

Die CSU will Verfassungsbeschwerde einreichen

Der Ampelplan sieht nun vor, dass einer Partei in einem Bundesland nur so viele Wahlkreismandate zugeteilt werden, wie ihr aufgrund des Ergebnisses des zweiten Wahlgangs zustehen. Bekommt er mehr Direktmandate, bekommt er diejenigen nicht, in denen er im Vergleich zu den anderen Wahlkreisen die schwächsten Wahlergebnisse hat. Besonders betroffen wäre die CSU von den Reformplänen der Ampel-Koalitionspartner, die womöglich mehr als ein Viertel ihrer Direktmandate verlieren würden.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt, kündigte in der „Bild“ an: „Sollten sich die Ampelgruppen zu diesem Manöver entschließen, werden wir sofort Verfassungsbeschwerde dagegen einreichen.“ Auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, nannte die Ampelpläne „einfach verfassungswidrig“.

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