Region Basel: immense Schäden durch Mini-Tornados: «In diesem Ausmass noch nie erlebt»

Aktualisiert am 21. Juli 2022, 15:02 Uhr

Region Basel: immense Schäden durch Mini-Tornados: «In diesem Ausmass noch nie erlebt»

Die Region Basel wurde am Mittwochabend vom Unwetter schwer getroffen. In der Nordwestschweiz brach ein Hitzesturm aus und richtete erhebliche Schäden an.

1/8

Grosse Schäden nach Sturm in der Region Basel.

20min / News-Scout

Der Leiter der Stadtgärtnerei Basel-Stadt, Emanuel Trüb, ist besorgt über die Schäden und Ängste um die Bäume der Stadt.

20 Minuten / Steve Last

Die Bäume zerbrachen „wie Streichhölzer“.

BS-Polizei

Der Sturm, der am Mittwochabend auf die Nordwestschweiz traf, richtete erhebliche Schäden an. «Die Bäume zerbrachen wie Streichhölzer», schreibt die Kantonspolizei Basel-Stadt. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und fielen auf Autos. Ein umgestürzter Stamm beschädigte das Gehege des schwarzen Parkhirsches.

Die Stadtgärtnerei spricht von „massiven Schäden“ an einzelnen Bäumen. „Ich bin schon lange dort und habe es bis zu diesem Punkt noch nie gesehen“, sagt Regisseur Emanuel Trueb zu 20 Minuten. Selbst bei starken Bäumen wurden bis zu 40 Zentimeter dicke Äste entwurzelt. „Im Moment können wir es nur mit verdrehten Winden erklären“, sagt Trüb. Twisted Winds sind kleine Tornados, die sich in der schnellen Bewegung von Luftmassen bilden, die Baumkronen brechen und sich dann wieder auflösen. Laut Trüb wurden die starken Äste buchstäblich aus den Baumwipfeln „entwickelt“.

Schlechtes Wetter für extremes Wetter

Der Sturm kam auch zu einer Zeit, als Bäume besonders gefährdet waren. „Einerseits sind sie derzeit voller Blätter. Das Laub bietet dem Wind eine große Angriffsfläche“, sagt Trüb. Zieht der Sturm stärker an den Blättern, müssen die Äste einer größeren Kraft standhalten. Doch gerade diese Äste sind durch die Trockenheit geschwächt. „Wasserdruck spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität von Holz“, erklärt Trüb.

„Ich fühle mich machtlos und ich fühle es“, fuhr der Top-Gärtner der Stadt fort. Denn im Winter müssen wohl einige Bäume gefällt werden. Und er befürchtet, dass diese Sturmschäden in Zukunft zunehmen werden, weil der Klimawandel Extremwetterereignisse fördert, wie etwa der Sturm, der am Mittwochabend die Schweiz heimgesucht hat. Wenn Sie Bäume pflegen, müssen Sie darauf vorbereitet sein, sie für solche extremen Bedingungen so geeignet wie möglich zu machen. Dies soll durch eine Intensivierung der Baumpflege, das Pflanzen von Bäumen in Gruppen oder die Auswahl geeigneter, sturmerprobter Baumarten erreicht werden.

Toito wird weggebracht

In der Ecke von Basel-City wurden Dächer gedeckt, Teile der Werke gesprengt und der Wind verwehte Toitois. Die Fähre von St. Alban drohte abgeführt zu werden und musste am Rheinufer gesichert werden. Heftige Windböen ließen es auf der Wasseroberfläche so erscheinen, als hätte der Rhein seine Fließrichtung geändert, wie ein Video von SRF Meteo zeigt. Dazu kam heftiger Hagel.

Die Polizei erhielt 300 Anrufe in 90 Minuten. Die Polizei wurde 55 Mal und die Feuerwehr 92 Mal gerufen. Reinigungsarbeiten und die Erfassung des Gesamtschadens würden noch Zeit in Anspruch nehmen. Die gute Nachricht: Zumindest im Kanton Basel-Stadt ist nach aktuellem Kenntnisstand niemand ernsthaft verletzt worden.

150 Notrufe im Raum Basel

Im Kanton Basel gingen laut Baselbieter Polizei während des Unwetters 150 Notrufe ein. Neben zahlreichen umgestürzten Bäumen und bedeckten Dächern sei Wasser in 41 Grundstücke eingedrungen, heißt es. Der Sturm warf Bauschilder um und aktivierte Alarmanlagen. Es liegen Meldungen über erhebliche Sachschäden vor, im Raum Basel sind jedoch keine Verletzten bekannt.

Besonders betroffen waren die Bezirke Laufen und Arlesheim. Der Schaden kann derzeit nicht beziffert werden. Forstämter fordern die Bevölkerung auf, die Wälder der vom Sturm betroffenen Gebiete nicht zu betreten. Viele Bäume sind durch den Sturm geschwächt und könnten noch umfallen oder ihre Äste verlieren.

Siehst du etwas, hörst du etwas?

Senden Sie uns Ihre Neuigkeiten!

Speichern Sie unseren Kontakt im Messenger Ihrer Wahl und senden Sie schnell und einfach interessante Videos, Fotos und Dokumente an die 20-Minuten-Redaktion.

Rufen Sie im Falle eines Unfalls oder einer anderen Panne zuerst den Notdienst.

Für die Nutzung Ihrer 20-Minuten-Beiträge gelten unsere AGB: 20min.ch/agb

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr

Mit dem täglichen Update bleiben Sie über Ihre Lieblingsthemen informiert und verpassen keine Neuigkeiten zum aktuellen Weltgeschehen. Erhalten Sie jeden Tag das Wichtigste kurz und prägnant direkt in Ihr Postfach.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *