Rekordtemperaturen: Der Experte rechnet mit Hunderten Hitzetoten in der Schweiz

Veröffentlicht20. Juli 2022, 16:49 Uhr

Rekordtemperaturen: Der Experte rechnet mit Hunderten Hitzetoten in der Schweiz

Die Hitzewelle macht vielen zu schaffen. Hohe Temperaturen können lebensbedrohlich sein, besonders für ältere Menschen, Kinder und schwangere Frauen.

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Obwohl sich die Reaktion der öffentlichen Gesundheit auf Hitze in den letzten Jahren verbessert hat, sagt ein Experte, dass die Gesundheitsbelastung in diesem Jahr wahrscheinlich erheblich sein wird.

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«Die aktuelle Hitzewelle ist beispiellos», sagt die Klima- und Gesundheitsexpertin Ana Maria Vicedo Cabrera vom Institut für Präventivmedizin der Universität Bern.

Universität Bern

Grundsätzlich könne es jeden treffen: „Jeder, der bei dieser Hitze intensiv Sport treibt …

20min / Anna Bila

Die Schweiz erlebt derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen über 35 Grad. Dies könnte Folgen für die Gesundheit vieler Menschen haben. „Die aktuelle Hitzewelle ist beispiellos. Obwohl sich die hitzebedingten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in den letzten Jahren verbessert haben, ist mit einer erheblichen gesundheitlichen Belastung zu rechnen“, sagt die Klima- und Gesundheitsexpertin Ana Maria Vicedo Cabrera vom Institut für Präventivmedizin der Universität Bern. Gut möglich, dass die Zahl der Hitzetoten so hoch ist wie im Rekordjahr 2003. Damals starben 975 Menschen. „Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr Hunderte von Menschen an der Hitze sterben werden“, sagt Vicedo.

Grundsätzlich könne es jeden treffen: „Wer intensiv Sport treibt oder bei dieser Hitze hart arbeitet, ist besonders gefährdet.“ Ein besonders hohes Risiko haben auch Kinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen sowie Menschen über 75 Jahren. „Die Hitze löst bei ihnen oft einen Herzinfarkt oder eine tödliche Ischämie aus“, erklärt Vicedo. Aufklärungskampagnen sind unter anderem wichtig, um besonders gefährdete Personen zu schützen. Auch Hitzewarnsysteme sind ein gutes Instrument, um die Bevölkerung vor einer Hitzewelle zu warnen.

Die Zahl der Hitzetoten ist noch unklar

Wie viele Menschen dieses Jahr an der Hitze gestorben sind, weiss das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nicht. „Hitzebedingte Todesfälle werden rückwirkend berechnet“, sagt Sprecher Daniel Dauwalder. Das Risiko hitzebedingter Todesfälle ist jedoch in letzter Zeit zurückgegangen. „Die kantonalen Behörden werden zunehmend aktiv und setzen Massnahmen um. Zudem ist die Bevölkerung wohl bewusster als noch vor Jahren.“

Auch das Bundesamt für Statistik (BFS) hat in diesem Jahr keine Daten zu hitzebedingten Todesfällen. Die Sterblichkeitsrate für Menschen über 65 liegt derzeit über dem erwarteten Wert. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hitze zur aktuellen Übersterblichkeit beigetragen hat, aber auch andere Ursachen wie Covid-19 könnten dazu beigetragen haben“, sagt Cordula Blohm, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BFS. Die genauen Zahlen werden im August 2023 erwartet.

Das schützt Sie vor der Hitze

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