René Weller: Vom Boxring-Star zum Reality-TV

René und Maria Weller: Sie will nicht, dass man sie vergisst. (Quelle: Marianne Müller/imago-images-bilder)

Langeweile? Jedenfalls ein Fremdwort für Weller. 1953 als Sohn eines Boxers geboren, trat Weller im Alter von zwölf Jahren dem örtlichen Boxverein bei. Seinen ersten Tiefschutz finanzierte er durch den Verkauf seiner Briefmarkensammlung und musste nur zwei Jahre später den größten Verlust seines Lebens verkraften, als sein Vater früh an Krebs starb.

Der goldene Junge”

Als er 1980 Profi wurde, hatte der Olympionike von 1976 insgesamt 355 Amateurkämpfe bestritten und unglaubliche 338 davon gewonnen. Aber noch wichtiger als all die Hooks, Jabs und Ausweichmanöver war, wer sich auch so ein Image verschaffte machte ihn außerhalb des Rings beliebt. „Ich musste auffallen, um beliebt zu sein“, erinnert sich Weller. “Wer in Deutschland hätte Interesse an einem normalen Leichtbau-Boxer?”

René Weller: Der Boxer war eine schillernde Persönlichkeit. (Quelle: ZIK Images/imago-images-bilder)

So nannte er sich „Golden Boy“, trug im Ring glänzende Shorts mit starken Botschaften über Schaumfrisur und Schnurrbart, posierte halbnackt mit dicken Goldketten an den Fingern auf Motorrädern, sang 1985 den „René-Weller-Rap“ und spielte die Hauptrolle im gleichjährigen Spielfilm “Macho Man”. Die Medien hatten Weller bereits als „kostbaren René“ bezeichnet und der Spender nahm die Rolle gerne an. „Ich bin der einzige Deutsche, der nackt besser aussieht als bekleidet“, sagte er.

Vier Jahre Gefängnis

1983 gewann er die Weltmeisterschaft im Superfedergewicht, indem er den Amerikaner James Ortega in der ersten Runde besiegte. Ein Jahr später wurde Weller Europameister und verlor erst seine fünfte Titelverteidigung gegen den späteren WBO-Champion Gert Bo Jacobsen. Dies war der einzige Verlust seiner beruflichen Laufbahn.

Der fünfmalige „Boxer des Jahres“ beschrieb seine Festnahme und Inhaftierung im Jahr 1999 später als weitaus schlimmeren Misserfolg. Weller wurde unter anderem wegen Hehlerei und Handel mit Kokain, von dem er vier konsumiert hatte, zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Vom Boxer zum Reality-Star

Nach seiner Freilassung versuchte sich Weller als Schauspieler, Musiker, Boxtrainer, Moderator von Unterhaltungsshows und versuchte sich in verschiedenen Reality-TV-Formaten. 2005 schaffte er es, nach nur einer Woche aus dem „Big Brother“-Dorf geflogen zu werden: Er hatte seinen Mitbewohnern seinen nackten Hintern präsentiert. Später war er zweimal bei Vox‘ „Perfektes Promi-Dinner“ zu sehen und belegte 2016 mit seiner Partnerin im „Sommerhaus der Stars“ den vierten Platz.

René Weller in Aktion: Als Boxer war er ein Star. (Quelle: Weihs/imago-images-Bilder)

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