Am Wochenende hat die Polizei zwei Schnellboote auf der Triester Straße in Wien-Favoriten erwischt. Jetzt müssen endlich Maßnahmen gegen Hooligans ergriffen werden.
Leichtsinnige Geschwindigkeitsüberschreitung ist in Wien ein Problem. Fast jedes Wochenende treffen sich Tuner am Kahlenberg in Wien-Döbling oder skrupellose Autofahrer liefern sich illegale Autorennen auf dem Gurtel oder auf der Triester Straße in Wien-Favoriten. So auch am Samstag: Beamten des Stadtpolizeikommandos Wien-Meidling wurden zwei BMW-Fahrer bekannt, die offensichtlich an einem Straßenrennen in einem Verkehrsstau beteiligt waren. Die beiden 21-jährigen Testlizenzinhaber beschleunigten in der 50km/h-Zone auf 155km/h. Die Polizei stoppte die Fahrräder und zog ihre Testkarte ein. Außerdem stellte sich heraus, dass einem der beiden Fahrer zuvor wegen Geschwindigkeitsüberschreitung die Fahrerlaubnis entzogen worden war.
Der Landkreis fordert mehr Polizisten
Dem Bezirksleiter Marcus Franz (SP) reicht es. Er bittet Innenminister Gerhard Karner (VP) um Hilfe. Diese beschließt den Einbau von Radarboxen, aber auch Maßnahmen wie mobile „Blitzer“. Auch die Polizei führt nach Angaben des Bezirkshauptmanns großangelegte Vorrangkontrollen durch, die letztlich von Innenminister Karner abhängen.
Dem Innenministerium ist der Polizeimangel in Wien-Favoriten seit Jahren bekannt. Die SPÖ Wien-Favoriten fordert eine Aufstockung von derzeit 319 auf 500 Beamte. Bis 2020 hatte der damalige Innenminister und jetzige Bundeskanzler Karl Nehammer (VP) bereits eine Aufstockung versprochen, doch dieses Versprechen sei bisher nicht eingelöst worden, so Franz.
Betonbarrieren und Schwellen
„Als Favorit bin ich mit dieser Problematik und den betroffenen Gebieten zu vertraut. Deshalb haben wir als Landkreis entsprechende Sofortmaßnahmen ergriffen. Wir haben Betonsperren errichtet und im Bereich Filmteichstraße eine 30-km/h-Grenze eingeführt sind auch Schwellen auf den Straßen, die nicht Teil der Buslinie der Wiener Linien sind.
„Ich fordere die politische Führung der Polizei weiterhin auf, schnellstmöglich zu handeln. Das derzeitige Verhalten des Ministeriums erweckt den Eindruck einer Mischung aus Inkompetenz und Resignation. Diese Untätigkeit muss enden, bevor es zu Unfällen mit Personenschaden kommt“, so der Bundesrat Bezirk sagt. Geschäftsführer Markus Franz.
VP ruft zum Handeln auf
Die ÖVP reagierte sofort. Die Wiener Volkspartei macht seit Monaten auf das Thema aufmerksam. „Vor Monaten haben wir einen persönlichen Brief an die zuständige Stadträtin Sima geschickt, um zu handeln. In ihrer Reaktion – die erst Wochen später erfolgte – versprach sie konkrete Maßnahmen, von denen leider keine Spur mehr übrig ist“, sagte der Landesvizepräsident . Parteiobmann Karl Maher, Bezirksvorsitzender Marcus Franz, verlagere die Verantwortung auf den Bund, statt Lösungen vorzustellen, so der VÖ-Bezirksvorsitzende Nico Marchetti von der Volkspartei Wien-Favoriten.
In Wien-Döbling haben sich alle Parteien im Bezirksparlament für das nächtliche Halten und Parken am Kahlenberg, einem beliebten Treffpunkt für Drift- und Tuningbegeisterte, ausgesprochen. Der Antrag wurde jedoch in der letzten Sitzung des Wiener Gemeinderates von der rot-rosa Mehrheit abgesagt. Auf den Kahlenberg werde keine Parkraumüberwachung geschickt, um Strafzettel zu verteilen, hieß es.
FPÖ für Runden Tisch
Laut den Favoriten der FPÖ würden die SPÖ und die ÖVP ständig den “Schwarzen Peter” bekommen. Die FP schlägt einen Runden Tisch mit Kreis, Stadt, Polizei und Innenministerium vor. Liberale fordern auch mehr Polizei, um die Straßen im Bezirk zu sichern.
Konto durchsuchen pet time07.10.2022, 18:00 | Zeit: 10.07.2022, 18:00