Republikaner unterstützen Trump nach FBI-Untersuchung

Nach der Durchsuchung des Grundstücks von Ex-US-Präsident Donald Trump im US-Bundesstaat Florida werden immer mehr Details zu den Hintergründen der Aktion bekannt. Medienberichten zufolge gingen die Behörden davon aus, dass Trumps Team nicht alle Dokumente zurückgegeben hatte, die der frühere Präsident nach seiner Amtszeit aus dem Weißen Haus mitgenommen hatte. Demnach müssten die fehlenden Dokumente von nationaler Sicherheitsbedeutung sein. Der Republikaner Trump griff derweil die Forschung weiter an und nannte sie einen „koordinierten Angriff“ der Demokraten. Zahlreiche hochrangige Parteikollegen unterstützten ihn.

Das FBI durchsuchte am Montag Trumps Haus in Mar-a-Lago. Hintergrund war offenbar Trumps Umgang mit Dokumenten aus seiner Amtszeit. Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass das für die Aufbewahrung der Präsidentenkorrespondenz zuständige Nationalarchiv unter anderem mehrere Kisten mit vertraulichem Material in Trumps Privatclub vermutete. Trump übergab der Agentur schließlich im Januar mehrere Dokumente. Ermittler sollen im Frühjahr Trumps Anwesen besucht haben, um mit seinem Team über die mitgenommenen Regierungsdokumente zu sprechen, berichteten US-Medien.

Zwölf Kisten mit Dokumenten

Danach kam es zu einem weiteren Schlagabtausch zwischen den Ermittlern und Trumps Anwälten. Beamte vermuteten schließlich, dass Trump oder sein Team noch über wichtige Dokumente verfügten, schrieb die Washington Post unter Berufung auf ungenannte Quellen. Zwölf Kisten soll das FBI bei der Durchsuchung mitgenommen haben. Laut CNN wurde das Sicherheitspersonal des ehemaligen Präsidenten, der Secret Service, eine Stunde vor der Durchsuchung über die Razzia informiert. Der Geheimdienst sicherte sich schließlich den Zugang, half aber nicht aktiv bei der Suche nach den Dokumenten. Trump war während der Aktion nicht auf seinem Grundstück.

Am Dienstag schimpfte er weiter über die Suche auf Truth Social, einem Netzwerk, das er mitbegründet hatte. „Eine schreckliche Sache, die gestern in Mar-a-Lago passiert ist. Wir sind nicht besser als ein Dritte-Welt-Land, eine Bananenrepublik“, schrieb er. Er beschuldigte auch Präsident Joe Biden, im Voraus über die Aktion informiert worden zu sein. Das Weiße Haus wies diese Anschuldigungen zurück. „Der Präsident wurde nicht informiert und wusste nichts darüber. Niemand im Weißen Haus wurde gewarnt“, sagte Biden-Sprecherin Karine Jean-Pierre. Sie lehnte es ab, sich zu den Ermittlungen zu äußern.


Republikaner stimmen zu

Gleichzeitig unterstützten mächtige Republikaner Trump. „Kriminelle sind in unseren Städten weit verbreitet, aber das politisierte Justizministerium von Garland hat es auf Präsident Trump und Mitglieder des Kongresses abgesehen“, sagte der republikanische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, gegenüber Generalstaatsanwalt Merrick Garland. Der einflussreiche Republikaner Mitch McConnell, den Trump selbst immer wieder als „alte Krähe“ verunglimpfte, forderte eine sofortige Untersuchung des Sachverhalts durch das Justizministerium. Ähnlich äußerte sich die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

Und sogar Trumps ehemaliger Stellvertreter Mike Pence unterstützte Trump. „Die gestrige Aktion untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in unser Rechtssystem“, sagte er. Der Anschein der Befangenheit des Justizministeriums muss beseitigt werden. Pence hat sich kürzlich von Trump distanziert. Er soll Ambitionen haben, 2024 für das Präsidentenamt zu kandidieren. Auch Trump kokettiert weiterhin mit einer Kandidatur, muss diese aber noch offiziell erklären.


Viele Demokraten hatten kürzlich Generalstaatsanwalt Merrick Garland aufgefordert, im Zuge neuer Erkenntnisse rund um den Angriff auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 Ermittlungen gegen Trump einzuleiten. Kritiker warfen Garland vor, zu zögerlich zu sein. Noch überraschender war die Durchsuchung von Trumps Eigentum während der Affäre wegen fehlender Dokumente. Zuletzt mehrten sich jedoch auch die Anzeichen dafür, dass das Justizministerium Trumps Verhalten rund um den 6. Januar und die Präsidentschaftswahl 2020 genauer unter die Lupe nimmt.

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Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete am Dienstagabend (Ortszeit), das FBI habe das Handy von Trump-Verbündetem Rick Perry beschlagnahmt. Dieser Vorgang sollte nichts mit der aktuellen Suche und den Dokumenten zu tun haben. Vielmehr war Perry Teil des Teams um Trump, das aktiv daran arbeitete, das Ergebnis der Wahl 2020 zu kippen.

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