Die Prarateliers liegen versteckt zwischen dem Happelstadion und der Mottenrennbahn. Es ist ein Ort, der vergessen scheint. Die beiden Pavillons mit 20 Ateliers haben in den letzten 150 Jahren eine gewisse Patina bekommen. Zudem gibt es überall Zeugnisse einer bedeutenden Vergangenheit, wie etwa die unvollendeten oder zerbrochenen Werke von Alfred Hrdlicka, die heute auf der Wiese stehen.
Kunst im Wert von Millionen, die vor dem Ofen gerettet wurde
Die Praterateliers wurden 1873 für die Carl von Hasenauer Weltausstellung errichtet. Die alten Pläne zeigen die ursprüngliche Pracht der Prachtbauten. Zwei Pavillons, eine große Küche in der Mitte und ein Wohnzimmer nebenan. Nach der Weltausstellung wurde der Raum wieder abgerissen. Die Pavillons blieben bestehen, auch um Platz für die Bildhauer zu bieten, die Skulpturen für die Gestaltung der Ringstraße schufen.
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Kreativität im Einklang mit der Natur
Inzwischen scheint die Natur einiges zurückgewonnen zu haben. Vier Pappeln, die auf der Weltausstellung gepflanzt wurden, sind heute beeindruckende Naturdenkmäler. Und die Künstler, die derzeit hier arbeiten, nutzen den Indoor-Park zum Plaudern und Entspannen. Tiere sind immer zu sehen, vom Dachs über Rehe bis hin zu Füchsen, sie sind gern gesehene Gäste, wie bereits erwähnt wurde.
In all dieser Idylle gibt es aber auch deutliche Verfallserscheinungen: „Ihr habt sehr feuchte Wände, die Fenster sind undicht, wir heizen mit Öl, das ist gerade in diesen Zeiten (..) nicht sehr erwünscht“, sagte er .dit. der dort seit zehn Jahren tätige Bildhauer und Konzeptkünstler Christian Kosmas Mayer.
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Elf Millionen EU-Mittel
Die Sanierung des historischen Komplexes steht an. Das Geld ist jetzt da: Geschätzte 11 Millionen Euro sind vollständig aus dem EU-Kronentwicklungsplan aufgebracht worden: „Dass wir auch in die Kultur investieren müssen, ist spezifisch europäisch. Kultur ist kein Luxus, sie gehört zum Wesen der Europäer. Und deshalb unterstützen wir sie mit Leidenschaft“, sagte Martin Selmayr, der Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich, im Interview mit Wien Heute.
Vermächtnisse blockieren Studien
Neben der Reform ist noch ein organisatorisches Problem zu lösen: Seit dem Tod der Künstler beherbergen nur noch drei Ateliers ihren Nachlass. Auch Alfred Hrdlickas Studie ist seit seinem Tod im Jahr 2009 nicht mehr passiert. Auch Kunststaatssekretärin Andrea Mayer, die auf die Erneuerung der Prater-Ateliers drängt, will dieses Kapitel aufklären. Sie wolle mit den Erben verhandeln, betonte sie, von Zwangsräumung sei keine Rede.
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Ende von „Dornröschen“
Rund ein Jahr wird die Sanierungsplanung dauern, danach beginnen die Bauarbeiten. Im Zuge des Umbaus und der Neugestaltung müssen weitere Ateliers geschaffen werden, um mehr Künstlern Platz zu bieten. Der Maler und Installationskünstler Hannes Mlenek sagte, der Rest des “Dornröschens” sei vorbei. Aber „das tut auch nicht weh. Ich habe hier schon oft Konzerte gemacht, die haben bis Mitternacht gedauert und waren auch laut. Also ich denke, das gehört auch zum Künstlerleben dazu.“