Stand: 07.06.2022 03:24
Das Pfingstwochenende mit einem Neun-Euro-Ticket hat nach Angaben des Bahnbetriebsausschusses für Probleme gesorgt und die Mitarbeiter stark unter Druck gesetzt. Es gab viel mehr Unterbrechungen als sonst.
Offenbar war der Zugverkehr am Pfingstwochenende wegen des 9-Euro-Tickets deutlich störanfälliger als sonst. So seien täglich rund 400 Züge bundesweit mit zu viel Kapazität unterwegs, sagte Ralf Damde, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtwirtschaftsausschusses DB Regio, vom Deutschen Verlagsverbund. Hohe Auslastung führte dazu, dass Fahrgäste abgewiesen oder Fahrräder nicht mitgenommen wurden. „In ganz Deutschland waren die Bahnsteige und Züge voll, in mehreren Fällen mussten die überfüllten Züge aufgeräumt werden, aber zum Glück gibt es keine Bahnhöfe“, sagte Damde.
Viel Stress für das Bahnpersonal
Insgesamt gab es täglich rund 700 Meldungen über Überlastungen, Probleme mit Fahrgästen oder Störungen in der Betriebszentrale. Das ist viel mehr als ein durchschnittliches Wochenende und auch mehr als das Wochenende vor Pfingsten. Es habe keine Angst vor körperlichen Übergriffen auf Eisenbahnpersonal gegeben, „aber es gab Beschimpfungen“, sagte Damde. Der massive Bedarf an zusätzlichem Personal erforderte allein zu Pfingsten tausende Überstunden.
Dass viele ungeübte Bahnreisende den Weg zu den Bahnsteigen oder großen Bahnhöfen nicht finden konnten, führte zu einem Anstieg der Personal- und Zeitkosten, sagte Damde. „Generell brauchten die Fahrgäste viel mehr Hilfe als sonst. Dazu gehört auch, dass viele Menschen, die schon lange nicht mehr mit der Bahn unterwegs waren, nicht wussten, dass im ÖPNV immer noch Maskenpflicht besteht.“