Das Scharmützel Rheinisch-Bayern Lauterbach und Holetsschek besprechen die Masken
2/7/2022 17:36 Uhr
In Bayern reicht die OP-Maske bereits in Bussen und Bahnen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach nennt dies einen “klaren Fehler”. Sein bayerischer Kollege Holetschek antwortet: Die Entspannung sei mäßig, der SPD-Mann solle “seine eigenen Hausaufgaben machen”.
Zwischen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der bayerischen Staatsregierung ist ein Streit über die Abschaffung der FPP2-Maskenpflicht entbrannt. Der SPD-Politiker twitterte zum Ende der Mitnahmepflicht im bayerischen Nahverkehr, dass dies angesichts der Corona-Sommerwelle ein klarer Fehler sei. “Eine Entspannung auf der Welle erscheint unlogisch und diskreditiert die gleichzeitige Forderung nach mehr Handeln der Bundesregierung.” Der Rhein sagte, er sei sicher, dass der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek gestürzt worden sei.
Holetschek wies die Kritik sofort zurück. Der CSU-Politiker sprach von einer “moderaten Lockerung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern”. Der Freistaat habe „von allen Bundesländern die FFP2-Maske am längsten aufbewahrt“, erklärte er. Holetschek verwies am Freitag auf den Bericht des Expertenausschusses. Dabei bestätigte sich, dass der richtige Sitz für die Schutzwirkung einer Maske besonders wichtig ist. “Wichtig ist, dass die Maskenpflicht fortbesteht und die Masken richtig getragen werden.”
In Bayern kann man nun im ÖPNV zwischen FFP2-Masken und medizinischen Masken wählen. Das bedeutet, dass “noch eine gute Schutzwirkung vorhanden ist”. Der CSU-Minister sagte zu Lauterbach: „Anstatt sorgfältig überlegte Entscheidungen der Bundesländer zu kritisieren, sollte der Bundesgesundheitsminister wertvolle Zeit nutzen und seine eigenen Hausaufgaben machen.“ Dazu gehört insbesondere die Vorlage eines Entwurfs für ein winterfestes Infektionsschutzgesetz noch vor den Sommerferien. Lauterbach „muss liefern, damit wir für den Herbst gut gerüstet sind.“
Ab diesem Samstag gilt im Freistaat in Bussen und Bahnen nur noch die medizinische Maskenpflicht. „Wir setzen mehr auf die Eigenverantwortung der Bürger“, begründete Holetschek. „In den heißen Sommermonaten, in denen wir jetzt leben, und unter den aktuellen Pandemiebedingungen halten wir dies für verhältnismäßig.“ Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag die entsprechende Änderung der Kronenverordnung beschlossen. In anderen Bundesländern wie Berlin und Hamburg müssen Fahrgäste in Bussen und Bahnen noch eine FFP2-Maske tragen, während in anderen Orten wie Sachsen eine OP-Maske ausreicht.