01.06.2022
Rheumatisches Fieber und rheumatische Herzerkrankungen sind in der westlichen Welt aufgrund der konsequenten und gezielten antibiotischen Behandlung von Infektionskrankheiten deutlich seltener als früher, müssen aber dennoch sehr ernst genommen werden. Das zeigt eine israelische Studie, die die letzten 25 Jahre betrachtet.
„Streptokokken der Gruppe A, die beispielsweise Halsinfektionen oder Hautwunden verursachen, können rheumatisches Fieber oder rheumatische Herzerkrankungen verursachen. Rheumatisches Fieber ist eine Autoimmunreaktion, die einige Wochen nach einer Streptokokken-Infektion der Gruppe A auftreten kann. A. Die körpereigene Abwehr greift die körpereigene an eigene Zellen und verursachen entzündungsähnliche Symptome vor allem in den Gelenken“, erklärt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinderarzt und Mitglied der Expertengruppe des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Rheumatisches Fieber kann sich unter anderem in Gelenkschmerzen, Hautausschlägen, Schüttelfrost und kleinen Knoten in den Gelenken äußern. Rheumatische Herzerkrankungen sind ebenfalls eine schwere Erkrankung, die zu Schäden an den Herzklappen führen kann.
„Deshalb sollte vorsorglich ein Kinderarzt bei Halsschmerzen oder mit Fieber infizierten Hautwunden abklären, ob es sich um eine Streptokokken-Infektion handeln könnte, und eine entsprechende Behandlung einleiten, bevor sich das Fieber entwickelt. akuter Rheuma“, empfiehlt Professor Nentwich.
Rheumatisches Fieber und rheumatische Herzerkrankungen stellen mit jährlich etwa 470.000 Neuerkrankungen weltweit eine große Belastung für die öffentliche Gesundheit dar. Rheumatisches Fieber verursacht in 60 % der Fälle eine rheumatische Herzerkrankung und bleibt die häufigste Ursache für erworbene Herzerkrankungen in den Industrieländern. Quellen: HCPlive, Pediatr Rheumatol, Heart Foundation (Australien)__________________ Dies ist eine Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Diese Pressemitteilung oder Teile des Artikels können unter folgender Quelle abgedruckt werden: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien sollte die Quelle auf diese Homepage oder eine Unterseite des BVKJ-Hauptportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht gemacht werden.