“Sie sterben wie die Fliegen.” Hajdaj betonte, er könne keine Angaben zu den Verlusten der Ukraine machen. Russische Truppen hatten vergangene Woche den größten Teil der Industriestadt erobert. Die Ukrainer mussten sich in das Industriegebiet und die benachbarte Partnerstadt Lysychansk zurückziehen. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der seit Ende Februar andauert, haben russische Truppen mehr als 90 Prozent der Region Luhansk unter ihre Kontrolle gebracht.
Zuvor hatten russische Truppen ihre Angriffe auf Wohn- und Industriegebiete in Siewerodonezk fortgesetzt. Bei der Bombardierung der Chemiefabrik Azot seien vier Menschen getötet worden, schrieb Hajdaj im Telegram. Ukrainischen Quellen zufolge wird die Anlage von Hunderten von Zivilisten als Luftschutzbunker genutzt.
Eine vergleichbare Einkreisung durch russische Truppen wie bis vor kurzem in der Hafenstadt Mariupol droht derzeit jedoch nicht. Der Vorwurf, die Ukrainer hätten Zivilisten in die Azot-Weingüter gelockt und das Gebiet dann vermint, wird immer wieder von russischer und pro-russischer Seite geäußert. Dafür gibt es keine Beweise.
Russland besetzt bereits mehr als 90 Prozent des Gebiets Lugansk, in dem Siewerodonezk liegt. Nach Angaben des Bürgermeisters ist eine Evakuierung von Sievjerodonetsk nicht mehr möglich. Etwa 10.000 Zivilisten seien noch in der Stadt, sagte Olexander Strjuk.
Mindestens 13 Menschen sollen durch ukrainische Raketenwerfer in der Stadt Stachanow in der separatistischen Region der Ostukraine in Luhansk ums Leben gekommen sein. “Etwa 20 Hurrikan-Raketen haben das Land getroffen”, sagte der Chef der Republik, Leonid Passechnik, gegenüber russischen Medien. Außerdem wurden mindestens sechs Verwundete aus den Trümmern geborgen. Separatistische Loyalisten in Moskau beschuldigten die ukrainische Armee, ein Wohngebiet bombardiert zu haben. Ukrainische Stellungen befinden sich rund zwölf Kilometer von der Industriestadt entfernt.