RKI-Wochenbericht: Zunahme akuter Atemwegserkrankungen

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) werden voraussichtlich mehr Menschen in Deutschland an akuten Atemwegserkrankungen erkranken als im gleichen Zeitraum in den Jahren vor der Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche sei aus diesem Grund von 1,2 Millionen Arztbesuchen und 4,5 Millionen Fällen auszugehen, heißt es im wöchentlichen RKI-Bericht vom Donnerstagabend. „Diese Werte liegen deutlich über den Sommerwerten der Vorpandemiejahre und weisen auf eine höhere Infektionshäufigkeit durch akute Atemwegsinfekte hin.“

Laut stichprobenartigen virologischen Studien stecke bei Erwachsenen vor allem Sars-CoV-2 dahinter, während bei Kindern andere Erreger die Hauptursache seien, sagte er. Parainfluenza und Rhinoviren wurden erwähnt. In früheren Meldungen hatte das RKI für die Jahreszeit von einer Zunahme der Atemwegserkrankungen gesprochen.

Buntes Bild von Krankheitserregern

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek bemerkte am Donnerstag auf Twitter, dass Diagnosen derzeit ein buntes Bild von Erregern zeigen. Wenn Sie Symptome haben und ein PCR-Test auf Sars-CoV-2 negativ ist, „dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie sich mit einem anderen Erreger infiziert haben.“ Sicher, es gibt falsch negative Ergebnisse, aber sie sind selten.

Angesichts der guten Schutzwirkung von Kronen-Auffrischimpfungen gegen schwere Schlaganfälle sieht das RKI auch in Omicron-Zeiten einen zusätzlichen Impfbedarf bei Millionen von Menschen. „Neben dem Impfbeginn für Ungeimpfte müssen auch Impflücken für bisher nur Geimpfte geschlossen werden“, hieß es am Donnerstag in einem neuen Monatsbericht zu Impfungen gegen Covid-19 ein RKI-Team. „Etwa 1,3 Millionen Menschen ab 60 Jahren und rund 7,9 Millionen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren sollten ihren Impfschutz noch mit mindestens einer Impfung auffrischen.“ Etwa 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahren und 1,9 Millionen über 60 Jahre.


Die STIKO empfiehlt für einige Gruppen eine zweite Auffrischimpfung

Dem Bericht zufolge gab es zuletzt in Deutschland vor allem mit der zweiten Auffrischungsimpfung für ältere Menschen eine Veränderung in der Kronenimpfungsrate. Laut Daten von Ende März hätten die meisten Bewohner von Pflegeheimen jedoch noch keine zweite Auffrischungsimpfung erhalten, sagte er. Die ersten Impfungen waren die geringsten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweite Auffrischimpfung für einige Gruppen, darunter Personen mit geschwächtem Immunsystem, Bewohner von Pflegeheimen, Personen ab 70 Jahren und Personal medizinischer Einrichtungen.

RKI-Experten bestätigen, dass Auffrischimpfungen generell sehr wirksam gegen Krankenhausaufenthalte wegen Corona sind. Die Inzidenz von Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 ist in der Omicron-Welle allgemein zurückgegangen. Zuletzt war sie jedoch in allen Altersgruppen der ungeimpften Bevölkerung höher.


Das Risiko schwerer Fälle bei ungeimpften Personen bleibt hoch

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen im April und Mai 2022 war das Risiko, in einem Krankenhaus mit Covid-19 behandelt zu werden, für ungeimpfte Personen für junge Menschen im Alter von 12 bis 17 Jahren fast siebenmal höher, für die 18- bis 59-Jährigen fast viermal höher des Alters und für Menschen über 60 das Neunfache im Vergleich zu Personen mit einer Auffrischimpfung. Zu letzteren gehörten Personen, für die mindestens drei Dosen eines Impfstoffs gegen Covid-19 indiziert waren.

Konkret sind nach dem aktuellen Follow-up Anfang Juli gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundsätzlich geimpft, knapp 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung und gut acht Prozent eine zweite erhalten.

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Das Dokument enthält Informationen zu Impfquoten, Impfwirksamkeit, Impfakzeptanz sowie aktuelle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und einen Überblick über Ergebnisse internationaler Studien. Das Dokument wird zukünftig monatlich aktualisiert. Einige dieser Informationen seien in der Vergangenheit im Corona-Wochenbericht zusammengestellt worden, nun solle er aber in erweiterter Form einen kompakten Überblick über die Impfung gegen Covid-19 geben, sagte er.

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