Roboter werden in der Medizin zunehmend in verschiedenen Disziplinen eingesetzt. Sie erleichtern nicht nur schwierige Eingriffe, sondern ermöglichen auch eine neue Kategorie von Operationen in der Zukunft.
Roboter in der Medizin: Das steckt dahinter
Immer mehr Abteilungen und Kliniken setzen Roboter in der Medizin ein. Futuristische OP-Assistenten haben viele nützliche Funktionen und unterstützen Chirurgen in vielerlei Hinsicht.
- Roboter werden seit den 1990er Jahren in der Medizin eingesetzt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Obwohl sie damals im Betrieb helfen konnten, können die alten Geräte kaum mit den aktuellen Systemen mithalten.
- Moderne Robotersysteme, wie der bekannte „DaVinci“-Roboter, helfen bei laparoskopischen Operationen. Das sind Operationen, bei denen die Kameras minimal-invasiv durch kleine Hautschnitte eingesetzt werden.
- Bei einer klassischen laparoskopischen Operation ohne Roboter wird die Kamera von einem Assistenten gehalten. Der Chefchirurg trägt normalerweise zwei weitere Instrumente zum Operieren, während er die operierten Organe auf einem Bildschirm sehen kann.
- Bei einem OP-Roboter müssen Kamera und Instrumente nicht mehr von Menschen gehalten werden und können so über einen längeren Zeitraum stabil in einer Position bleiben.
- Bei mehrarmigen Robotersystemen bedeutet dies, dass mehr Instrumente gleichzeitig in der Operation eingesetzt werden können.
- Der Chirurg sitzt an einer Konsole und arbeitet mit Joystick-ähnlichen Griffen neben dem Operationsfeld. Dadurch hat er eine noch feinere Kontrolle über die Instrumente.
- So kann sich der Operateur bei längeren Eingriffen abwechseln oder kurze Pausen einlegen, in denen der Roboter die Instrumente weiter hält.
Robotergestützte Operationen: Wohin führt uns die Zukunft?
Während Roboter-Operationssäle im heutigen Gesundheitssystem bereits eine relevante Rolle spielen, werden sie erst in Zukunft für ihren eigentlichen Zweck genutzt.
- Eine der Hauptideen hinter Operationsrobotern sind ferngesteuerte Operationen.
- Bei guter Verbindung kann ein Arzt in Deutschland theoretisch einen Patienten am anderen Ende der Welt operieren.
- Allerdings gibt es dafür einige Voraussetzungen. Einerseits muss der Roboter über eine kompatible Konsole gesteuert werden, andererseits muss eine sichere, stabile und schnelle Internetverbindung vorhanden sein, die einen reibungslosen Betrieb ermöglicht.
- Da Internetverbindungen gerade in Deutschland noch nicht weit genug sind, um verzögerungsfrei und ohne Verbindungsabbruch arbeiten zu können, werden Roboter für diesen Zweck noch nicht weit verbreitet eingesetzt.
- Aber in naher Zukunft könnten Patienten mit ganz bestimmten Krankheiten von einem Spezialisten Hunderte von Kilometern entfernt operiert werden.
- In ferner Zukunft könnten bestimmte Eingriffe auch vollständig von einem Roboter durchgeführt werden. Es ist jedoch unklar, wie lange es dauern wird, bis dieser Meilenstein erreicht wird.