RTL/ntv-Trendbarometer Die Grünen setzen die SPD unter Druck, die Union später
07.05.2022 14:03
Scholz ist derzeit international unterwegs. Daheim dagegen: Dauerurlaub. Die Kanzlerpartei liegt jetzt nur noch auf Platz drei, das festigt sich im Trendbarometer. In Wettbewerbsfragen kommt die SPD nicht einmal an die Grünen heran.
Der niedrige Umfragewert für die Kanzlerpartei konsolidiert sich. Seit zwei Monaten scheitert die SPD im RTL- und ntv-Trendbarometer an ihrem aktuellen Regierungspartner, den Grünen. Würde der Bundestag jetzt neu gewählt, bekäme er wie in der Woche zuvor nur noch 20 Prozent der Stimmen. Die Ergebnisse von Union und Grünen liegen noch deutlich höher. Auch die anderen Parteien im Bundestag stabilisieren sich in ihren Werten.
Wären jetzt Bundestagswahlen, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 26 % (Bundestagswahl 2021: 24,1 %), Grüne 24 % (14,8 %), SPD 20 % (25,7 %), AfD 9 % (10.3 Prozent), FDP 8 Prozent (11,5 Prozent), Linke 4 Prozent (4,9 Prozent). 9 Prozent (8,7 Prozent) würden sich für andere Spiele entscheiden. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen lag in dieser Woche bei 23 % und damit in etwa gleichauf mit dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl (23,4 %).
In der Frage der Kanzlerpräferenz bewegt sich Amtsinhaber Olaf Scholz schleppend, seit Anfang Juni steigt sie stetig auf 43 Prozent Zustimmung in dieser Woche. Allerdings ist der gute Wert von 48 Prozent nach Scholz’ „Zeitenwende“-Rede Ende Februar noch in weiter Ferne. CDU-Chef Friedrich Merz hingegen musste im gleichen Zeitraum nur Rückschläge hinnehmen. Von 20 Prozent Unterstützung Anfang Juni ist sie nun auf 17 Prozent gesunken.
Merz hat keine breite Unterstützung von seinen eigenen Anhängern
Auch in den eigenen Reihen schwächelt der Parteichef: Nur 47 Prozent der befragten Unions-Anhänger würden bei einer Direktwahl für einen Kanzlerkandidaten Friedrich Merz stimmen. Dagegen konnte Scholz auf 84 Prozent der Stimmen der SPD-Anhänger zählen. 40 Prozent aller Wahlberechtigten würden weder den aktuellen Kanzler noch Merz wählen wollen.
Mit 23 Prozent trauen die Wähler den Grünen aktuell mehr politische Kompetenz zu als der SPD (11 Prozent) und den Unionsparteien (9 Prozent) zusammen. Die Sozialdemokraten und die CDU/CSU bleiben beim Ergebnis der Vorwoche, während die Grünen 2 Prozentpunkte mehr zulegen. Die zwei Prozent sind zuversichtlich, dass die FDP und die anderen vier Prozent Parteien “besser in der Lage sind, die Probleme Deutschlands anzugehen”. 51 Prozent aller Wähler glauben, dass keine Partei die Probleme in Deutschland lösen kann.
Die Konjunkturerwartungen der Bundesbürger bleiben äußerst pessimistisch. Nur 10 % der Deutschen erwarten eine Verbesserung, während 75 % eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland erwarten. 14 Prozent erwarten keine Änderung der wirtschaftlichen Lage.
Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 28. Juni bis 4. Juli 2022 erhoben. Datenbank: 2502 Befragte. Toleranz gegenüber statistischen Fehlern: +/- 2,5 Prozentpunkte.
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