Ruhe im Bett: Die 7 größten Lustkiller

– Die 7 größten Lustkiller

Volle Sexualität ist eine Quelle der Lebensfreude. Aber im Bett funktioniert längst nicht alles für jeden. Lesen Sie hier, warum das so sein kann.

Marianne Siegenthaler

Veröffentlicht: 23.05.2022, 07:00

Es muss keine Ruhe im Bett sein – viele Killerfaktoren lassen sich leicht ausschalten.

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Sex macht nicht nur Spaß, sexuelle Aktivität kann sich auch positiv auf Ihre Gesundheit auswirken. „Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass es das Immunsystem stärkt, den Blutdruck senkt, Kalorien verbrennt und damit beim Abnehmen hilft und zudem das hormonelle Gleichgewicht aufrechterhält“, sagt Andrea Burri, Klinische Psychologin und Sexologin mit eigener Praxis Paare. Beratung in Zürich. „Nicht zuletzt hilft Sex, die Schlafqualität zu verbessern und den Beckenboden zu stärken, was sich wiederum positiv auf eine eventuelle Inkontinenz auswirkt.“

Die Expertin: Andrea Burri (42) Klinische Psychologin und Sexologin mit eigener Sexual- und Paarberatung in Zürich. Er forscht auch im Bereich der sexuellen Gesundheit und hat bisher 150 Studien und wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Neben ihrer Tätigkeit als Psychologin ist sie Gastprofessorin und Dozentin an verschiedenen internationalen Universitäten und Hochschulen.

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Vor allem die Psyche profitiert

Doch nicht nur der Körper profitiert davon, sondern auch die Psyche. „Beim Geschlechtsverkehr, dem Austausch von Intimität und Orgasmus, werden eine Reihe von Neurotransmittern und Hormonen ausgeschüttet, darunter Dopamin, Serotonin, Endorphine und Oxytocin“, sagt der Experte. „Sie alle wirken nicht nur auf den Körper, sondern vor allem auf die Psyche, da sie unser Glück beeinflussen und Stresshormone abbauen.“

So verwundert es nicht, dass Sex ein gutes Mittel gegen depressive Verstimmungen ist. „Weil Serotonin und Dopamin die Hauptakteure bei der Entstehung von Depressionen sind, kann guter und befriedigender Sex depressive Symptome lindern“, sagt Facharzt Burri.

Selbstbefriedigung hilft auch

Interessanterweise haben Studien gezeigt, dass Menschen mit Depressionen im Allgemeinen weniger sexuelles Verlangen verspüren, aber häufiger masturbieren als gesunde Menschen, hauptsächlich weil sie sich dadurch gut fühlen.

Doch die Währung hat auch eine Kehrseite, wie der Psychologe weiß: „Sex bedeutet für viele Menschen auch Stress. Vor allem, wenn Sie keine Lust haben, aber das Gefühl haben, dass Ihr Partner auf Sie wartet, oder wenn Sie unter Druck stehen, aufzugeben.“

Vermeidbare Killer

Allerdings gibt es einige Faktoren, die das Verlangen nach Sex beeinflussen, aber diese ließen sich leicht beseitigen. Die Ermittler wollten wissen, welches die häufigsten Lustkiller sind und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen:

Sozialen Medien

Facebook und andere soziale Netzwerke nehmen viel Zeit in Anspruch, auf Kosten der sinnlichen Auseinandersetzung zwischen ihnen. Das ist das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2013, in der das Sexualleben von 15.000 Briten untersucht wurde. Demnach hat die vermeintlich aktivste Altersgruppe der 16- bis 44-Jährigen nur noch fünf Mal im Monat oder weniger Sex, 20 Prozent weniger als früher, als es noch keine sozialen Netzwerke gab.

Daran hat sich auch Jahre später nichts geändert, wie Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter einer repräsentativen Studie des deutschen „Freizeit-Monitors“ 2019, feststellte.

Hausarbeit

Laut einer Studie in Spanien sind Männer, die zu Hause regelmäßig Bügeleisen, Staubsauger und Co. benutzen, weniger sexy als Frauen.

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Je mehr Männer im Haushalt beteiligt sind, desto weniger aktiv sind sie, wenn es um Sex geht. Das sagt zumindest eine spanische Studie. Für die Studie befragten Forscher des Juan-March-Instituts in Madrid 4.561 Paare mittleren Alters: Männer, die fast nie Staubsauger und Co. benutzen, haben anderthalb Monate häufiger Sex als Männer, die manchmal Sex haben, sie bewegen das Putztuch . Der Grund: Frauen finden Männer weniger sexy, wenn sie die Rolle der Hausfrau spielen.

Forscher sehen dies jedoch nicht als Freibrief für Männer, überhaupt nicht am Haushalt teilzunehmen. Denn dies wiederum führt zu Konflikten mit dem Partner, die ebenfalls nicht förderlich für den gemeinsamen Sex sind.

Betonen

Dass Stress die Libido nicht fördert, zeigt eine Umfrage des deutschen Partnervermittlungsportals Elitepartner gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Fittkau & Maass: Rund 4.000 Internetnutzer wurden in einer Beziehung gefragt, warum sie keinen Beziehungs-Geschlechtsverkehr mit ihrem jetzigen Partner hatten. Auf der Liste der Lustkiller stehen neben Müdigkeit auch stressige Arbeit oder der Alltag ganz oben.

Frau Tränen

Wenn eine Frau weint, nehmen die Testosteronproduktion und das Verlangen eines Mannes ab.

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Israelische Forscher am Weizmann Institute of Science haben herausgefunden, dass Tränen eine Botschaft übermitteln. Sie vermuten, dass die Tränen ein Signal der Chemotherapie enthalten, eine geruchlose Substanz, die beim Einatmen auf den Körper wirkt. Beispielsweise produzierten Studienteilnehmer, die Frauentränen rochen, weniger Testosteron und verringerten daher die sexuelle Erregung. Übrigens: Um Frauentränen zu sammeln, mussten sich die Probanden traurige Filme ansehen.

Wandgemälde

Das britische Reisebüro Travelodge hat im Rahmen einer Studie die unbeliebteste Wandfarbe für das Schlafzimmer des Engländers entdeckt. Dazu wurden 2000 Studienteilnehmer befragt. Ergebnis: Weiße Wände sind der absolute Lustkiller im Schlafzimmer. Der Grund: Workaholics bevorzugen weiße Wände und bleiben mindestens drei Tage damit im Bett. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nichts funktioniert.

Übergewicht

Ist Sex eine Frage des Gewichts oder wie wirkt sich Übergewicht auf die Sexualität aus? Dieser Frage ist eine Studie der Ruhr-Universität Bochum nachgegangen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Adipositas neben bekannten gesundheitlichen Problemen auch das soziale Leben der Betroffenen beeinträchtigt. Aber die gute Nachricht ist, dass selbst eine moderate Gewichtsabnahme Ihre Einschränkungen lindern kann. So stieg die Wahrscheinlichkeit für Sex bei Männern um bis zu 7,7 Prozent, wenn sie ihren Body-Mass-Index um einen Punkt reduzierten.

Zeit

Eine Umfrage des britischen Sextoy-Herstellers Lovehoney unter 2.300 Erwachsenen ergab, dass auch der falsche Zeitpunkt zu den Sexkillern gehört.

70% der Frauen bevorzugen Sex zwischen 23:00 und 02:00 Uhr und wollen morgens nichts damit zu tun haben. Bei Männern ist es umgekehrt: Zwischen 11 und 14 Uhr würden sie am liebsten ins Bett gehen.

Veröffentlicht: 23.05.2022, 07:00

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