Im Ausland russische Bedrohung
Aus diesem Grund verstärkt die NATO ihre Präsenz in der Arktis
Stand: 03:58 | Lesezeit: 2 Minuten
Nato-Sorgen: Russische Soldaten bei einer Übung
Quelle: picture alliance/dpa/TASS
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt gegenüber WELT AM SONNTAG: Moskau weitet seinen Einfluss in der strategisch wichtigen Arktis aus und installiert dort modernste Waffen. Auch Peking bekundet Interesse an der rohstoffreichen Region und macht sie damit Teil eines globalen Plans.
Angesichts neuer Bedrohungen aus Russland intensiviert die NATO ihre Aktivitäten in der Arktis. „Die NATO muss ihre Präsenz in der Arktis verstärken. Wir investieren bereits in Meeresforscher, um uns ein klares Bild davon zu machen, was im hohen Norden passiert. Aber wir werden unsere Bemühungen weiter intensivieren“, sagte der Leiter der ‘ NATO, Jens Stoltenberg, in WELT AM SONNTAG.
In der rohstoffreichen Region um den Nordpol, die die Ausläufer der Kontinente Nordamerika, Asien und Europa verbindet, hat Russland zuletzt seine Aktivitäten verstärkt: „Wir sehen eine deutliche Zunahme der russischen Militärpräsenz in der Arktis. Moskau ist dabei, Stützpunkte aus der Sowjetzeit wieder zu eröffnen und neue hochmoderne Waffen wie Hyperschallraketen einzusetzen und zu testen”, sagte Stoltenberg, der kürzlich zum ersten Mal mit Kanada auf die kanadische Seite der Arktis gereist ist. Premierminister Justin Trudeau.
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow machte die Forderungen Moskaus in der Region erneut deutlich: „Es ist seit langem allen klar, dass dies unser Territorium, dies unser Land ist.“ S-400-Mittelstreckenraketen, die bis nach Grönland oder Alaska reichen.
Hyperschallraketentest
Russische MiG-31-Kampfflugzeuge und -Bomber können im arktischen Archipel von Franz Josef Land landen. Moskau testete im vergangenen November Hyperschallraketen auf der Kola-Halbinsel. Ein großer Teil der russischen Erdgasvorkommen lagert auch in der von Moskau kontrollierten nördlichen Arktisregion.
Unter dem Eis der umstrittenen Gebiete lagern auch große Mengen Seltener Erden, Gold, Eisen, Kies und Sand. Dort befinden sich etwa ein Drittel der weltweiten Erdgasreserven und 16 % der weltweiten Erdölreserven. Da sich die Arktis infolge der globalen Erwärmung dreimal schneller erwärmt als der Rest der Welt, schmilzt das Meereis und die Ausbeutung von Ressourcen wird attraktiver.
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Auch China interessiere sich laut Stoltenberg zunehmend für die Arktis, die für das westliche Verteidigungsbündnis von “großer strategischer Bedeutung” sei. „Sie ist die entscheidende Verbindung zwischen Nordamerika und Europa. Die Arktis ist auch die kürzeste Distanz zwischen Nordamerika und Russland.“
Wenn das Eis schmilzt, öffnen sich neue Handelsrouten. Daran ist Peking besonders interessiert. 2018 erklärte sich das Land zum „Near Shore“ der Arktis. Peking will eine „polare Seidenstraße“ mit tausend Kilometer kürzeren Seewegen nach Europa bauen.